5. Oktober 2008

Gutterballs

Eine bunt gemischte Gruppe Jugendlicher trifft sich zu nächtlichen Stunden in einem Bowlingcenter um dort ein kleines, privates Tournier zu veranstalten. Doch nach einem heftigen Streit innerhalb der Gruppe eskaliert die Situation, als sich Steve mit seinen widerwärtigen Scherken an Jessica rächt und sie von den Männern vergewaltigt wird. In der nächsten Nacht taucht urplötzlich eine maskierte Gestalt in der Bowlingbahn auf, die sich BBK nennt und nach und nach die Jugendlichen brutal umbringt.

Gutterballs ist die zweite Regiearbeit von Ryan Nicholson nach Live Feed, welcher als recht billiger und schlechter Hostel-Rip Off bekannt wurde. Mit Gutterballs bestreitet der Kanadier nun die Wege des klassischen Slasherkinos und mixt dies mit Elementen des Rape and Revenge-Films, vermag es aber nicht, irgendwelche nennenswerte Akzente zu setzen. Innerhalb der 96 Minuten Laufzeit regiert die meiste Zeit Langeweile und Eintönigkeit, da die "Geschichte" eigentlich nur ein ständiges Wiederholen einiger Vorgänge ist.

Schnell ermüdet der Film und vermag es auch nicht, mit den relativ blutigen und harten Splatterszenen bei der Stange zu halten, außer wohl einige Splatterkiddies. Wie so oft im Independent-Bereich der Horrorszene schafft man es nicht, irgendwelche Innovationen in den Film einzubauen und schafft es lediglich, selbst die ermüdendsten Slasher-Klischees und Standards in den Sand zu setzen. Bemerkenswert ist eigentlich nur der ganz nette Soundtrack, welcher knietief in den 80ern watet und flott ins Ohr geht. Wenigstens gelingt es dieser Indie-Produktion teilweise während der Handlung etwas vom Produktionsteam gewolltes 80er-Flair hinzubekommen, was Gutterballs zwar nicht vollends zu einem Totalausfall werden, ihn aber auch nicht wirklich gut werden läßt.

So vergibt der Streifen vor allem die eigentlich recht nette Idee, die mal etwas andere Location der Bowlingbahn zu nutzen um daraus eine kurzweilige Hommage bzw. Parodie an die glorreichen Filme der 70er und 80er zu schaffen. Auch wenn dies wohl die Intention Nicholsons war, so scheitert er kläglich daran. Weder atmosphärisch, erzählerisch oder auch mimisch vermag der Film irgendwo richtig zu überzeugen. Letzteres wird nicht nur durch die durchschnittlichen Leistungen der Darsteller unterstrichen, sondern auch durch eine schnell nervende Vulgärsprache, bei der vor allem eine Vorliebe für das Wort "verfickt" zu haben scheint. Wer nicht gerade ein hartgesottener Freund des auch größten Indieschmodders ist, wird an Gutterballs nicht wirklich seine Freude haben, da das Endergebnis wirklich nur mangelhaft ist.