6. April 2009

Der Kaufhaus Cop


Seit gut zehn Jahren ist der von allen Seiten eher belächelte Paul Blart ein Wachmann in einem riesigen Einkaufszentrum. Sein größter Traum ist der Eintritt in die Polizei, doch seine Hypoglykämie macht ihm beim Sporttest einen Strich durch die Rechnung und der Dienst bei den Freunden und Helfern bleibt ihm verwehrt. Wäre dies noch nicht genug, so ist ihm auch das private Glück in Form einer neuen Frau nicht hold. Sein Leben ändert sich erst schlagartig, als nicht nur eine neue Verkäuferin, die sich als seine Traumfrau entpuppt, in sein Leben tritt, sondern auch eine Gangsterbande versucht, die Einnahmen des gesamten Zentrums zu stehen und Geiseln nimmt. Paul wächst über sich hinaus und versucht das Einkaufszentrum, seine Traumfrau als auch seine Tochter zu retten, die schon bald in die Finger der Gängster gerät.

Die Star Search-Entdeckung Kevin James, hierzulande vor allem durch die zum Kult avancierte Sitcom King of Queens bekannt, kehrt nach seinem Cameo in Leg dich nicht mit Zohan an mit einer Hauptrolle zurück in die Lichtspielhäuser dieser Welt. Von letztgenannten Film konnte James Hauptdarsteller Adam Sandler dazu bewegen, seinen neuesten Kinohit gleich mal zu produzieren. Doch während die umtriebige Marketingmaschinerie des Verleihs schon jetzt von einem Komödienhit und Witzfest spricht - wie so oft - ist das Wort Kinohit im Bezug auf Der Kaufhaus Cop doch leider eher fehl am Platz.

Es liegt weniger an Darsteller James selbst, das der Film übr die meiste Zeit viele gute Momente verschenkt und so mancher Gag unbemerkt im Kinosaal verpufft. Komödiantisches Talent besitzt der Mann, keine Frage. Zudem ist er auch ein gewisser Sympathieträger, der es gut versteht, den kleinen Mann - einen Durchschnittsbürger - zu verkörpern um somit für das Publikum eine Figur zu verkörpern, mit deren Nöte man schnell mitfühlen kann. Doch schon am Anfang des Films macht sich eine geradezu angestrengte Atmosphäre breit, die bemüht versucht, eine Vertrautheit innerhalb der kleinen Familie Paul Blarts aufzubauen. Doch so recht schafft man dies nicht und so ist die Einführung in den kleinen Kosmos des Kaufhauswächters ziemlich bemüht. Dies gilt insbesondere für die Gags, die ab und an sehr aufgesetzt wirken.

Das Konzept des Films und das Gebiet der Witze scheint klar abgesteckt zu sein, doch ist dieses Gebiet einfach viel zu klein, als das sich alles in voller Breite und Pracht entfalten könnte. Vermeintlich cool will man wirken, alleine schon wenn Blart mit seinem neumodischen, zweirädrigen Gefährt durch die Gänge des Kaufhauses braust um Recht und Ordnung zu schaffen. Geradezu brav, bieder und moralinsauer mutet die Komödie an, welche erst spät so richtig bemerkbar macht, das dies ein Film für leichtes Amusement darstellt. Ein frische (wenn auch kleine) Brise absurden Humors macht sich breit, die dafür sorgt, das die One-Man-Show um den früheren TV-Star James nicht doch ein jämmerlicher Rohrkrepierer ist. Spätestens wenn die überaus modern agierenden Gangster (Spezialisten in den Trendsportarten BMX, Skateboarden und Parcour) das Einkaufszentrum übernommen haben, blüht James auf.

Auch wenn man hier nach Schema F verfährt und die Story, wäre sie ein Lolly, mehr als nur abgelutscht ist, kommen hier die Seitenhiebe auf die 80er Jahre Machoactioner der Marke Stirb langsam wirklich gut daher und sorgen für den ein oder anderen Lacher, während vorher wenn überhaupt nur verhaltene Schmunzler regierten. Da darf man auch die arg konstruierte, weit daher geholte Story vergessen. Hier hat Der Kaufhaus Cop seine stärksten Momente und es bereitet einen Heidenspaß, wenn Paul Blart als übergewichtiger Bruce Willis-Verschnitt erst scheitert, um später doch noch - mit frisch getanktem Selbstvertrauen - die Gangster dingfest macht.

Das hier natürlich gleich noch eine Botschaft mitgeliefert wird, das man es auch als angebliches "kleines Licht" immer seine Träume und Ziele verfolgen soll, da sich diese - mit genug Glauben - doch noch bewahrheiten, ist typisch für solch seichte Hollywoodkost. Es scheint wie immer eine gewisses schlechtes Gewissen der Drehbuchautoren bei ihren Witzen über all die Minderheiten und gehandicapten Menschen während des Films reinwaschen zu wollen um festzustellen, das in diesem Fall auch dicke Menschen, die als Loser von ihrer Umwelt wahrgenommen werden, wahre Helden sind. Gutmenschen, wie auch Paul Blart einer ist. Sehr schön ist dies in einer Szene zu sehen, in der er einen der Gangster auf einer eingeschalteten Sonnenbank fesselt und festhält und ihm dann doch noch, bevor er sich vom Tatort entfernt, ihm einen Augenschutz aufsetzt.

Da ist ein herzerweichendes Happy End natürlich vorprogrammiert und spätestens, wenn dieses dann Eintritt, merkt man eine weitere kleine postive Natur des Films. Trotz bekannten Pfaden, die Der Kaufhaus Cop betritt, ist er auch ein äußerst kurzweiliger Film der gemäßigt zu unterhalten weiß. Durch sympathische Hauptdarsteller, bei der auch der Blickfang Jayma Mays äußerst reizend rüberkommt, wird man mit dem Film versöhnt freut sich aber auch gleichzeitig auf die nächste, etwas mehr das Lachen rauskitzelnde Komödie. Denn hier ist Der Kaufhaus Cop eher lauwarm mit wenig richtig heißen und zündenden Gags.