9. Januar 2016

The Rage

Seit 1988 veredelt die KNB EFX Group Filme und Serien mit ihren Spezialeffekten, darunter Produktionen wie From Dusk Till Dawn, Reservoir Dogs, Armee der Finsternis oder der Serienhit The Walking Dead. Das K der Gruppe, Robert Kurtzman, macht es sich seit gut zwanzig Jahren manchmal auch auf einem Regiestuhl bequem. Zum letzten Mal beim 2007 entstandenen The Rage.

Kurtzman (als auch seine Kollegen Gregory Nicotero und Howard Berger) hat dabei bei so vielen Horrorproduktionen am Set gestanden, dass er das kleine Einmaleins des Genres auswendig lernen konnte. Und zitieren. Das merkt man The Rage auch an. Eigentlich geht es um einen verrückten, aus dem Ostblock stammenden Wissenschaftler, welcher in seinem Laboratorium Experimente an Menschen mit einem Virus durchführt. Dieser verwandelt die Probanden in wütende, nach Fleisch geifernde Zeitgenossen. Nachdem einer von diesen entkommen konnte, gibt es bald eine blutige Hatz durch die nähere Umgebung, befinden sich doch auch fünf Jugendliche nach einem kleinen Outdoor-Konzert auf dem Weg nach Hause. Natürlich kreuzt sich dabei ihr Weg mit dem der ausgebrochenen Kreatur(en).

Das Grundthema von 28 Days Later wird hier aufgegriffen und in einen Low Budget-Mix verschiedener Horrorgenre geworfen. Wild und temporeich ist das, trashig und auch verdammt vergnüglich. Da Geier sich über den Flüchtigen kurz nach dem Ausbruch aus dem Labor her machen und diese dann fortan ziemlich aggressiv durch die Gegend flattern, wandelt sich die erwartete Zombiesause erst in einen Tierhorror, bevor nach und nach auch die Zombies mit ins Spiel gebracht werden. Als wäre dies nicht genug, erkennt man eine kleine Hommage an den italienischen Kannibalenfilm und Bloodsucking Freaks kann man ebenfalls erkennen.

The Rage ist blutiges Film-Fast Food für Horror-Gourmands, der sicherlich keinen Preis für Innovation gewinnt, dafür aber kurzzeitig Zerstreuung bietet. Kurz vor dem Finale geht dem sonst sehr temporeichen Film die Puste etwas aus. Die Figuren bleiben blass, sind sie in so einer Art Film doch eher Kanonenfutter. Dafür gibt es ein kurzes Wiedersehen mit Reggie Bannister aus den Phantasm-Filmen; eine der weiblichen Hauptrollen hat die bekannte Softsex-Darstellerin Erin Brown AKA Misty Mundae inne.

Das Gremium der FSK lag derweil bei der Prüfung des Films sicherlich besoffen in der Ecke. Früher hätte man solch splattrige Kost nicht ungekürzt durchgewunken. Kurtzman tobt sich hier aus wie manchmal hiesige Amateur-Horrorfilmer. Auf diesem Level ist The Rage auch einzuordnen, auch wenn er routinierter daher kommt. Die Jagd nach dem nächsten blutigen Effekt steht im Vordergrund, Story und dazugehörige Dialoge sind merkbar das Beiwerk. Da bleibt Kurtzmans The Wishmaster natürlich weiter sein Bester. The Rage ist eher hemmungsloses austoben an der Effektefront (samt amüsantem weil sichtlich kostengünstigem CGI), dass vom Wissen der Macher über die simplen, bekannten Horrormechanismen zeugt - um eben den nächsten derben Effekt zu präsentieren. Dutzendware, die wenigstens durch ihr hohes Tempo und dem teils netten Gekröse unterhalten kann.
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