7. März 2016

Sin City

Es scheint, als möchte man mit dem stark an die gezeichnete Vorlage angelehnten Look bei Sin City von den einfachen Geschichten ablenken. Der macht mit seinen digitalen Schwarzweiß-Bildern und darin eingebetteten Farbsprengseln einiges her und der Gedanke, dass man einen überlangen, animierten Comicstrip verfolgt, verlässt einen die gut zwei Stunden nie. Die drei Geschichten aus Basin City, eben Sin City genannt, lehnen sich wie der Look an Hollywoods schwarzer Serie, dem Film Noir, an.

Harte Kerle sind die Protagonisten: Schläger Marv, der auf einen Rachefeldzug geht, nachdem man seine einzige Liebe Goldie umgebracht hast. Der gealterte Cop Hartigan, gesundheitlich geschwächt und müde vom Job, der die junge Tänzerin Nancy vor einem Killer schützt und Dwight, ein Gangster, der Prostituierten zur Seite steht, als deren Abkommen mit der Polizei über die Kontrolle in ihrem Revier bedroht ist, weil ein irrer Cop zu Tode kommt.

Die klassischen Hard Boiled-Krimis, die Pate für die Graphic Novel und den Film standen, werden in Sin City mit State of the Art-Action angereichert, dazu kommen Phantastereien, womit der Film eine leicht pulpige Note bekommt. Robert Rodriguez verleiht seinem mit Stars nur do gespickten Film eine überaus lässige Coolness, wie sie auch in besseren Tarantino-Filmen vorkommt. Nur lässt dieser sie natürlicher erscheinen. Bei Rodriguez wirkt diese aufgesetzt; eben eine Nuance zu gewollt. Egal ob die Figuren, die Action und ihre Gewaltspitzen oder auch seine visuelle Ebene: es ist unterhaltend, aber Sin City bleibt oberflächlich.

Dabei können die Regisseure Rodriguez und Miller über die zwei Stunden gute Unterhaltung bieten. Die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird, ist rasant. Die Off-Kommentare der einzelnen Protagonisten und die Dialoge bieten einige starke Worte. Doch bei all den hübschen Dingen, fehlt Sin City die Seele als Unterbau. Eine gelungene Hommage an die alten Klassiker ist er nicht. Deren Strukturen benutzt der Film mit technischer Finesse um ein für das heutige Mainstream-Publikum Werk zu schaffen, welches auch daran krankt, dass das selbstauferlegte Korsett der Comicvorlage die Geschichte einengt. Rodriguez hält sich zu stark an dieser und verpasst es als Filmemacher, den Film Noir - eine ertragreiche Zeit Hollywoods - darin noch etwas mehr zu huldigen. Die angedeutete, melancholisch gefärbte Stimmung, bleibt leider auf der Strecke. Nichts desto trotz bleibt Sin City ein kurzweiliges und unterhaltsames Erlebnis.