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Donnerstag, 4. Februar 2016

Doom - Der Film

Mit der Verfilmung des Kult-Egoshooters Doom hat man sich nur bedingt einen Gefallen getan. Fans des Spiels bemängelten schon beim Kinostart 2005, dass die Geschichte des Films zu stark vom Film abweicht. Anstatt gegen Kreaturen aus der Hölle kämpft hier eine Spezialeinheit gegen fehlgeschlagene Experimente. Mutanten, die ihren Blutdurst zombie- und alienartig stillen. Die Einheit um den befehlstreuen "Sarge" soll auf einer Forschungsstation auf dem Mars diese unter aller Härte gegen solche Kreaturen verteidigen und sie zurück in den "Ark", einer Art Dimensionstor, schicken. 

Manche Sequenzen des Films erinnern mit ihren dunklen Schächten und Kanäle vor allem an den dunkel gehaltenen dritten Teil der Spielereihe. Andererseits aber auch immer stark an Filme wie Aliens - Die Rückkehr oder Mindripper und ähnlich aufgebaute Filme. Gerade in den frühen 90ern gab es einige B-Horrorreißer, welche in entlegenen Forschungsstationen (gerne auch unterirdisch) darin entkommene, genmanipulierte Kreaturen durch die Gänge wetzen und die sich darin befindlichen Wissenschaftler dezimieren lassen. Auch hier kamen meist Spezialeinheiten zum Einsatz, um die "Creature on the loose" zu bekämpfen. 

Für Fans der Spiele ist das zu weit weg, zu stark variiert. Eigenständig gesehen ist die einfache Story von Doom und dessen narratives Muster zu einseitig. Kleine Gruppen von Einheiten schleichen durch dunkel beleuchtete Gänge, schießen auf vor ihnen herhuschende Schatten oder werden von diesen verfolgt und manchmal sogar getötet. Dazwischen wird kurz und knapp versucht, eine Erklärung für die Geschehnisse zu bieten. Es ist beiläufig und wenig stark ausgearbeitet. Selbst ähnlich gelagerte und eher auf den actionlastigen Part des Films ausgelegte Filme können dies sorgfältiger.
Die Action selbst ist ganz gut ausgearbeitet, auch die Ausstattung und Ausleuchtung kann überzeugen und lässt den Film in seinen besseren Momenten angenehm altmodisch - wie eine teurere Variante der angesprochenen B-Movies - erscheinen. Da das erzählerische Muster des Films sich aber in seiner Genreschablone wohlfühlt und diese nicht verlässt, dies auch auf das Herz eines solchen Films ausdehnt - eben der Action - ist ein dicker Minuspunkt. Spannung wird so nur bedingt erzeugt. Weiter ist es sehr bezeichnend, wenn eine der besten Szenen des Films - Die knapp dreiminütige Reminiszenz an das Spiel selbst in First Person-Sicht - überaus sinnlos (und dazu recht holprig geschnitten) ist. 

Hier fühlt sich Doom schön "Over the top" an und dieser Mut, den man hier zeigt (um eigentlich die Gamenerds zum Jauchzen zu bringen), fehlt dem Film im Gesamten. Ein teilweise aufkeimendes Gefühl alter Sci-Fi-Action-Schule macht keinen guten, eher einen mäßig unterhaltsamen Film. Immerhin kann man Doom noch zugute halten, dass die Effekte ebenfalls altmodisch und schön handgemacht sind.

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