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Mittwoch, 21. Februar 2024

Puppetmaster 3

Getreu der Redensart, dass man das Eisen schmieden muss, solange es heiß ist, vergingen zwischen dem zweiten und dritten Teil der für Full Moon sehr ertragreichen Puppetmaster-Reihe gerade mal zwölf Monate. Mit Puppetmaster 3 erreichte diese ihren Höhepunkt und füllte den mythologischen Hohlkörper des Franchise endlich etwas aus; auch wenn man mit der Zeitlinie innerhalb der Lore schlampig umgeht und das, was man mit diesem Sequel erzählt, zeitlich nicht mit den im Prolog des ersten Teils gezeigten Begebenheiten zusammenpasst. In diesem nimmt sich Toulon auf seiner Flucht vor Nazi-Kollaborateuren im Jahr 1939 das Leben, während Teil drei in Berlin im Jahr 1941 spielt und einen äußerst lebendigen Puppenspieler präsentiert, der sich in seinen Aufführungen über Hitler lustig macht. Wenig erpicht davon, nimmt ein Nazi-Leutnant, welcher im Publikum einer Vorstellung Toulons sitzt, diesen genauer unter die Lupe und stößt auf das Geheimnis von dessen lebendig wirkenden Puppen. Als er seinem Vorgesetzten Major Kraus und dem Arzt Dr. Hess, die an einer Experimentreihe arbeiten, um tote Soldaten für den Einsatz an der Front wiederzubeleben, davon berichtet, veranlassen diese eine Durchsuchung von Toulons Räumlichkeiten. Dort kommt es zur Eskalation: Kraus erschießt Elsa, die Gattin des Puppenmachers, lässt diesen zur Befragung abführen und geht doch leer aus, da dem Künstler mit Hilfe seiner Puppen die Flucht gelingt und Rache an den Nazi-Schergen nimmt.

Zusammen mit seinem direkten Vorgänger war der dritte Puppetmaster-Film mein erster Berührungspunkt mit der Serie, als diese vor mehr als zwanzig Jahren, zu Beginn meiner erblühenden Horrorleidenschaft, im Privatfernsehen liefen und ich alles, was nur annähernd mit dem Genre zu tun hatte, auf Video aufnahm. Tatsächlich funktioniert dieser Part der Saga für mich insofern heute noch am Besten, da er sich des Prinzips bad things turning good bedient und es sich denkbar einfach macht und seinem Helden und dessen Helferlein fieses Nazi-Pack als Antagonisten gegenüberstellt. Wenn Tunneler, Leech Woman, Pinhead, Jester, Blade und der hier neu dazugekommene Cowboy Six-Shooter den braunen Mob massakrieren, ist es nicht nur wegen der eigenen politischen Einstellung eine Freude. Bei Full Moon hatte man sich Anno 1991 längst eingegroovt, das geringe Budget wurde erneut sehr gut kaschiert und Vielfilmer David DeCoteau - welcher diesmal auf dem Regiestuhl platz nahm - hatte einen guten Tag erwischt und setzte das aufgeräumte Skript zu einem kurzweiligen Gimmick-Horrorfilm um. Überraschungen darf man keine erwarten und irgendwie spürt man während des Films bereits, dass man hier bereits hätte Schluss machen können. Charles Band melkte die Kuh bekanntlich noch länger. Was Puppetmaster 3 angeht, so bleibt er bis heute so sehenswert, weil zum einen die Puppen in der Heldenrolle sehr gut funktionieren (immerhin sind sie in den Sequels ohnehin Dreh- und Angelpunkt) und zum anderen der Umstand, weil man sich immer so fühlt, als würde man einen gefilmten Comic-Strip erleben. Um es mit dem einer Aussage des von mir sehr geschätzten Patrick Lohmeier vom Bahnhofskino-Podcast auf den Punkt zu bringen: da war die Reihe eben noch cool.



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