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Dienstag, 2. April 2013

Der Herr des "Schunds" ist gegangen: Jess Franco ist tot.

Bild: Wikinoticia.com

Jesus Franco Manera. Ein so unscheinbar klingender Name. Dabei hat der Mann in den Augen so einiger Fans großes geleistet. Viel auf jeden Fall. Unter seinem geläufigen Namen Jess Franco hat er geschätzt an die 200 Filme gedreht. Manche Parallel. Seine Darsteller wussten an manchen Drehtagen, laut ihren Erinnerungen, ab und zu nicht, für welchen Film sie denn überhaupt nun vor der Kamera stehen. Gerade wenn er für große Produzenten wie Erwin C. Dietrich oder Harry Allan Towers drehte, konnte es vorkommen, dass er nebenher noch einen Streifen für das Produktionsgeld "für sich" drehte. Er war ein Gewitzter, der von den Kritikern geschmäht wurde.

In den letzten Jahren wurde er allerdings nicht nur von den Eurocult-Fans sondern eben auch von der Kritik wahrgenommen. In seinem Heimatland Spanien schon länger mit einem gewissen Ansehen gesegnet, auch in Frankfreich wurde sein Werk mittlerweile als Filmkunst angesehen. So mancher deutschsprachige Feuilletonist rümpft vielleicht immer noch die Nase, verschanzt sich lieber in seinem Arthouse und sieht bzw. übersieht die Einflüsse, die auch Franco auf einige Genres hatte. Natürlich ist nicht alles Gold was glänzt in einer so großen Filmographie und gerade die letzten Werke von Franco waren ein Versuch, nochmal an die glorreichen Zeiten anzuknüpfen. So richtig funktioniert hat dies leider nicht, doch es dürfte sicher so einige Franco-Fans geben, die selbst diesen Werken noch etwas abgewinnen konnten.

Egal ob Krimi, Thriller, Horror oder vor allem Erotik, wobei er bei letzterem sogar ab und zu Ausflüge in den Pornobereich unternahm: Nichts war vor ihm sicher. So schuf er große und kleine Perlen wie Nachts, wenn Dracula erwacht, Der Teufel kam aus Akasava, Der Hexentöter von Blackmoor oder solche herrlichen psychedelischen Filmtrips wie Necronomicon - Geträumte Sünden, Vampyros Lesbos oder Christina, princesse de l'erotisme. Gerade die surrealen Trips aus den 60ern gehören dabei mit zu seinen Besten. Auch die Werke, die er unter Dietrich schuf (u. a. Jack The Ripper - Der Dirnenmörder von London, Liebesbriefe einer portugiesischen Nonne oder Mädchen im Nachtverkehr) gehören mit zu einer seiner besten Phasen, bevor er dann kleinere Brötchen backte bzw. backen musste aber immer noch mit Herzblut bei der Sache war. Selbst dem Splatterfilm widmete er sich, lieferte sogar zwei Beiträge zur Kannibalenfilmwelle (Mondo Cannibale 3 - Die Blonde Göttin der Kannibalen und Jungfrau unter Kannibalen), machte kurz beim Slasher halt (Die Säge des Todes) oder remakte mit Faceless seinen Lieblingsfilm: Georges Franjus früher Horrorklassiker Augen ohne Gesicht

Er arbeitete mit großen Namen wie Christopher Lee, Helmut Berger, Herbert Lom, Maria Schell, Klaus Kinski, Götz George, Romina Power, Horst Tappert oder Josephine Chaplin. Er war Regisseur, Autor, Cutter, Kameramann, Musiker und stand auch oft selbst vor der Kamera als Mime. Laut Video Watchdog-Gründer Tim Lucas, schied er heute morgen um ca. 11 Uhr von dieser Welt, nach den Folgen eines Schlaganfalls, den er am Mittwoch erlitt. Er wurde 82 Jahre alt und folgt seiner Muse Lina Romay, Hauptdarstellerin vieler seiner Filme ab den 70ern, die vor gut einem Jahr verstarb. Trotz vieler "Schund"- und "Schmuddel"-Werke bleibt sein Werk erhalten und von uns Fans gefeiert. Der kleine Mann war eben doch ein ganz Großer.

Ein klein wenig mehr über seine Karriere wurde schon an dieser Stelle, zu seinem 79. Geburtstag geschrieben.
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Mittwoch, 23. September 2009

Neues Splatterday Night Festival am 10.10.

Anfang Oktober geht es in der Landeshauptstadt des Saarlands wieder äußerst rüde und blutig zu. Das bei Genrefans beliebte Splatterday Night Festival, initiiert vom Gory News- und Deadline-Gründer Yazid Benfeghoul, geht in eine neue Runde und bietet am 10. Oktober dabei so manche Premiere.

Zwei Monate vor der DVD-Premiere durch den Anbieter Anolis im Vertrieb von Sunfilm darf man sich die Jack Ketchum-Verfilmung Beutegier zu Gemüte führen. Selbstverständlich Uncut und zudem haben die Veranstalter als Goodie für die Fans noch einige vom Regisseur und Autoren der Buchvorlage signierte DIN A1-Poster zum Film. Weiter geht es dann in die hiesige Amateur-/Independent-Szene mit den Filmen La Petit Mort und Unrated - The Movie. Während ersterer ein weiteres Werk des sehr aktiven, allerdings in der Szene auch sehr umstrittenen Nürnbergers Marcel Walz ist, dürften wenigstens die Effekte einen Großteil der Fans zufrieden stellen. Immerhin legte Genreikone Olaf Ittenbach an diese Hand an. Nicht minder umstritten ist der Hamburger Andreas Schnaas, der durch seine Violent Shit-Trilogie, bei der der Name unumstritten das Programm vorgibt oder Anthropophagous 2000, seinem sehr zweifelhaften Remakes des nicht minder zweifelhaften D'Amato-Schockers Man-Eater, zu zweifelhaftem Ruhm gekommen ist. Für Unrated - The Movie hat er sich mit Regisseur Timo Rose zusammengetan um den Fans ordentlich Blut und Gekröse vorzusetzen.

Zum Abschluß des Abends geht es über den großen Teich um dem US-Slasher Laid To Rest zu fröhnen, der vom Effektmann Robert Hall inszeniert wurde. Los geht der Zauber um 20:00 Uhr und wird bis spät in die Nacht (ca. 03:00 Uhr) dauern. Einlass ist ab 19:30 Uhr, Ort ist wie zuletzt das Cinestar Saarbrücken. Selbstverständlich ist Einlass erst ab 18 Jahren. Der Preis für diesen blutigen Abend beträgt 15 Euro. Zum Abschluß gibt es nochmal eine Übersicht der Filme und deren Handlung:

BEUTEGIER
Eine mehrköpfige Familie wird von einer Kannibalen-Horde überfallen. Der Mutter und ihrem Kind gelingt die Flucht und kämpft sich durch das Dickicht des Waldes. Der Sheriff nimmt sich des Falles an, da er einen ähnlichen Fall 11 Jahre zuvor hatte. Es wird jede Menge weitere Opfer geben.

UNRATED - THE MOVIE
Ein B-Film-Regisseur setzt beim Dreh seines neuesten Films aus Versehen eine ganze Horde schlechtgelaunter Dämonen frei, welche dann ihren Unmut an der Besetzung des Streifens auslassen.

LA PETIT MORT
10 Stunden trennen sie von Sommer, Sonne und Strand. Simon, dessen blinde Freundin Nina und die aufgeweckte Dodo müssen vor Ihrem Abflug nach Mallorca, in Frankfurt umsteigen. Genug Zeit um noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Doch nachdem sie von einem Unbekannten ausgeraubt werden, landen sie zufällig im „Maison de la petite mort“, Schauplatz für die abscheulichen Perversitäten und blutgetränkten Spielchen der High Society. Hausherrin Fabienne und Ihre missratenen Töchter Dominique und Angelique bewirtschaften das Etablissement, wo bestialische Folterungen, ekelerregende Morde und Fieberphantasien unheilbar kranker Hirne, unsere Urlauber erwarten. Gibt es für die Drei ein Entkommen aus der Hölle?

LAID TO REST
Ein Mädchen schlägt die Augen auf und sieht erst mal nichts ausser der Innenseite einer gut gepolsterten Kiste. Mit Schrecken stellt sie fest, dass sie sich in einem Sarg befindet und bricht in Panik aus. Mit Mühe kann sie sich schliesslich daraus befreien und taumelt in eine kleine Aufbahrungshalle. Nach einigem Suchen führt die einzig offene Türe in den Leichenbehandlungssaal, wo wiederum, ausser einem grünen, sterilen Operationssaal nur wieder verschlossene Türen auf sie warten. Dies soll sich jedoch bald ändern, denn der Totengräber kommt in die Kapelle und befreit sie aus dem kalten Operationssaal. Viel weiter als bis zum Öffnen der Türe kommt er aber nicht, denn in dem Moment wird er von einem Mann mit einer silbernen Maske aufgeschlitzt...
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