Montag, 4. März 2024

Puppetmaster IV

Was beim Durchackern der Puppetmaster-Reihe immer mal wieder negativ auffällt, ist die Inkohärenz innerhalb der Gesamtgeschichte. Erst 2003 hat man mit Puppet Master: The Legacy, einer Art Best-of-Zusammenschnitt mit Szenen aus den vorangegangenen Teilen, zusammengehalten von einer eilig heruntergekurbelten Rahmenstory, leidlich versucht, etwas Ordnung in diese zu bringen. Bestehende Logiklücken und falsche Jahresangaben konnten damit trotzdem nicht ausgemerzt werden. Den Grund hierfür merkt man schon beim vierten Teil. Im Vorfeld hat man sich über eine stimmige Lore einfach nie Gedanken gemacht und zu dieser fix noch etwas dazu gedichtet. Ungeachtet dessen, ob das zu den zuvor veröffentlichten Werken passen mag. Nachdem man die Puppen und André Toulon in Teil drei im Kampf gegen Nazis auf die Seite der Guten umziehen ließ, behielt man dies bei Teil Vier bei, aber springt wieder in die Gegenwart und kehrt ins Bodega Bay Inn zurück. Dort hat sich der junge Wissenschaftler Rick als Hausmeister eingenistet, um für eine Firma an der Schaffung künstlicher Intelligenz zu arbeiten. Darin wird er von seinen zu Besuch kommenden Freunden unterbrochen, welche bei einem Streifzug durch das Hotel auf Toulons Schöpfungen stoßen. Beflügelt von der Entdeckung, will Rick hinter das Geheimnis der lebendigen Puppen kommen. Gleichzeitig trachtet der Dämon Sutek, dem Toulon augenscheinlich jenes Wissen entrissen hat, nach eben jenem und entsendet Kreaturen in die menschliche Welt, um es zurückzuholen. Wieder einmal wird die Herberge Schauplatz zu einem Kampf um Leben und Tod.

Unter der Fuchtel vom leider im letzten Jahr verstorbenen Jeff Burr entstanden, führen Charles Band und seine Kumpanen in Puppetmaster IV mit dem Dämonen Sutek und dessen lebendigen Totems Fantasy-Elemente ein, welche sich glücklicherweise nicht als Fremdkörper erweisen. Diese bringen eher eine Art Frische mit sich; Abwechslung in einem sonst eher mit traditionellen Versatzstücken des Genres arbeitenden Film. Die in der Reihe sich längst etablierte Gratwanderung zwischen klassischem, angestaubten Grusel und modernerem Horror glückt durch die zugegeben erhöhten Cheesiness und einem flotteren Tempo. Sympathisch naiv bleibt es weiter; Leerlauf kommt wenig und immer dann auf, wenn die Story sich mehr auf die Figuren aus Fleisch und Blut konzentriert. Das diese vergessenswert und austauschbar sind, offenbart sich hier und in den späteren Sequels zu offensichtlich. Die Stars sind und bleiben eindeutig die namensgebenden Puppen; was für die folgenden Fortsetzungen narrativ zu einem merklich schmerzlichen Problem wird. Wenn die Puppen zum Finale hin in Frankenstein-Manier einem kleinen Spielzeug-Kumpel Leben einhauchen, ist das schlicht einfach nett anzuschauen. Bei Puppetmaster IV ist die Full Moon-Welt noch weitgehend in Ordnung. Low Budget ist das natürlich weiterhin, sichtlich aber weit entfernt von dem Ultra-Billigheimer-Ansatz, den Band einige Jahre später verfolgen mochte. Es sollte aber auch gesagt sein, dass dieser Film der letzte der Reihe ist, bei dem sowas wie Spaß aufkommt, weil er eben noch genug Charme besitzt, um merkliche Schwächen in der Figurenzeichnung oder Narrative abzumildern.  

Share: