12. März 2009

Einer gegen das Imperium

Das Leben als Vorsteinzeitlicher Abenteurer und Held könnte so schön sein. Blond, braungebrannt, unbekümmert und immer mit einem doofen Grinsen auf den Lippen stapft Yor durch die Botanik und ist immer in der richtigen Zeit zur Stelle. So hilft er auch der holden Ka-Laa und deren Ziehvater Pag aus der Presche, als diese von einem schlecht gelaunten Dino bedroht werden. Doch kaum ist das Vieh erlegt erfährt man auch schon, das Yor von der Frage beschäftigt wird, woher er eigentlich kommt. Einzig und allein ein übergroßes, krasses Blingbling-Goldstück um seinen Hals ist ein kleiner Hinweis auf Yors Herkunft. Als am Abend der Stamm von Ka-Laa und Pag bei Feierlichkeiten von blau angemalten Höhlenbewohnern angegriffen wird, dieser alles und jeden bis auf die Frauen - diese werden nämlich verschleppt - niedermetzelt, beginnt für Yor ein gefährliches Abenteuer, bei dem er allerhand übellaunige Bewohner verkloppen, Dinos auseinandernehmen, Frauen schöne Augen machen, Ka-Laa aus so manch brenzliger Situation, weiterhin doof durch die Gegend grinsen und vor allem etwas über seine Vergangenheit erfahren darf. Diese ist nämlich weitaus technisierter und hat was mit den "Göttern in ihren Feuergefährten" zu tun...

Wo irgendwo ein erfolgreicher Film in den Kinos gelaufen ist, waren wenig später auch unsere filmmachenden Freunde aus Italien zur Stelle. Kein Filmtrend, den sie nicht gewinnbringend ausgeschlachtet hätten und damit allerdings auch einige mal mehr, mal weniger gute Streifen zur Welt gebracht haben. Mit Einer gegen das Imperium schießen die freundlichen Mediterraner allerdings klammheimlich den Vogel ab. Im Entstehungsjahr kehrten die Jedi-Ritter zurück und ein Jahr vorher machte Arnold Schwarzenegger als muskelbepackter Barbar Conan eine recht ansehnliche Figur auf der Leinwand. Nun war in Italien das Geld entweder recht knapp oder aber der Wahnwitz ausgesprochen hoch, um dann sowas wie diese Schwarte zu machen. Man erkennt wohl schon durch die vorangegangenen Sätze, das man es hier mit einer irrwitzigen Mischung aus Star Wars und Barbarenfilmchen, die nach dem Conan-Erfolg recht beliebt waren, zu tun hat.

Über die Zielgerade wurde das Werk von Antonio Margheriti gebracht, der mit seinem Pseudonym Anthony M. Dawson noch etwas bekannter ist. Dawson, leider schon verstorben, hat so einige Klassiker auf dem Konto wie zum Beispiel den harten Kriegsactioner Jäger der Apokalypse oder den wirklich schönen und beachtlichen Gothic-Horror Das Schloss des Grauens. Und mit seinem Versuch einen Kannibalenfilm abzuliefern, Asphaltkannibalen, merkt man das Margheriti, der zwar schon fast jedes Genre bedient hat, am liebsten in der Actionecke zu Hause war. Auch in seinem Einer gegen das Imperium gibt es daher viel Haudrauf zu begutachten, was zwar einerseits keine Langeweile aufkommen läßt, dem Film aber auch nicht wirklich gut tut.

Man merkt schnell, das die Geschiche sowieso nur flottes Beiwerk darstellt, um Reb Brown als Yor einige Abenteuer zu bestehen zu lassen. Das ganze ist allerdings viel zu episodisch aufgebaut, so das ein richtiger Erzählstrang bzw. -fluss nicht wirklich aufkommen mag. Fahrig wirkt das, was Dawson da abgeliefert hat. Einerseits unterhält es zwar gut durch einen nicht zu unterschätzenden Trashfaktor, doch der finale Funke möchte einfach nicht auf den Zuschauer überspringen. Erst spät gewinnt der Film an Fahrt, wenn Yor endlich etwas über seine Herkunft erfährt und auch das titelgebende "Imperium" seinen Auftritt hat.

Gerade hier ist dann wieder die italienische Unbekümmertheit, verschiedene Stoffe zu einem zu vermischen und vor allem offensichtlich von großen Vorbildern abzukupfern zu spüren und zu sehen. Schon alleine die Cyborgs des "Großen", dem Herrscher des Imperiums, relativ lasch von Kultdarsteller John Steiner dargestellt, lassen einem da vor lauter Dreistigkeit die Kinnlade aufklappen. Wie die Lack-und-Leder-Variante eines Darth Vaders der sich mit seinen Stormtroopers gepaart hat, stapfen diese durch die Filmkulisse und machen Jagd auf die Protagonisten. Mit billigsten Tricks hetzt dabei Margheriti seine Darsteller durch die Handlung, bekommt es allerdings hin, das ganze mit dem nötigen Charme auszustatten, das der Film nicht in die "Übertrash"-Schublade eingeordnet werden muss. Trash ist und bleibt Einer gegen das Imperium zwar schon, allerdings eher mit gewissen Unterhaltungsgrad ausgestattet. Wäre die Story etwas runder und flotter erzählt und würde nicht allzu episodisch ausfallen, wäre es sogar noch vergnüglicher. So bleibt die Saga um Yor und Co. ein eher durchschnittliches Vergnügen.
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