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Donnerstag, 12. März 2009

After Death - Das Böse ist wieder da


Auf einer kleinen Insel in den Tropen haben sich einige Forscher versammelt um eine Mittel gegen den Krebs und andere schwere Krankheiten zu finden. Nur doof, das sie dabei die hiesige Bevölkerung teils als Versuchskaninchen benutzen. Als die Tochter des Voodoopriesters stirbt, zischt dieser schnurstracks in die nächste Höhle, läßt einen Dämon mit Problemen beim Speichelfluss in seine Frau fahren und verflucht die Forscher. Zwanzig Jahre später kommen ein paar Ex-Soldaten mit ihren Mädchen auf die Insel, da ihr Boot mysteriöserweise den Geist aufgibt. Sowohl sie als auch eine ebenfalls auf dem Eiland befindliche Gruppe, die die vermissten Forscher sucht, machen schnell mit dem Fluch des Voodoopriesters bekanntschaft. Lebende Tote wandeln auf der Insel, immer auf der Suche nach neuen Opfern. Zusammen versucht man schnell, den Fluch zu beenden.
Der Regisseur Claudio Fragasso, der sich hier hinter seinem Pseudonym Clyde Anderson versteckt, ging bei niemand geringerem als dem italienischen Trashgott Bruno Mattei in die Lehre. Zusammen mit diesem verbrach er unter anderen den recht blutigen Spät-Italowestern Scalps sowie den durch seine trashigen Qualitäten sehr brauchbaren Zombieschocker Die Hölle der lebenden Toten. Alleine der nicht unumstrittene Name Mattei sollte qualitätsbewußte Fans aufschrecken lassen. Schaut man aber weiter in der Filmographie des Herrn Fragasso, so findet man ein Werk, das von vielen mit als schlechtester Film aller Zeiten angesehen wird. Troll 2. Jawohl, der Film, in denen Menschen von Goblins in Gemüse verwandelt werden, bevor sie verspeist werden. Spätestens hier sollte jeder mit schwachem Nervenkostüm, was die minderen Qualitäten eines Filmes angeht, sich schnell wieder qualitativ hochwertigere Kost zuwenden.

Denn hochwertige Horrorkost, das ist After Death mit Sicherheit nicht. Man merkt allein schon an diesem Film irgendwie, das Ende der 80er Jahre die italienische Filmindustrie ihrem Ende zu ging. Gerade auf dem Anfang des Jahrzehnt so blühenden Horrorsektor, man denke nur mal an all die Splatterepen eines Lucio Fulci, waren es zwar auch teils recht kostengünstig hergestellte Machwerke, welche allerdings mehr Flair und Charme mitbrachten, als Fragassos Zombiehatz. Die schnell hingeschluderte Story zeigt sich relativ holprig und uninspiriert, zitiert man hier doch eigentlich nur munter die bekannten, großen Untoten-Filme der letzten Jahre. Da werden munter Versatzstücke einiger Filme in den Kochtopf geschmissen, das Endergebnis allerdings halbgar dem Zuschauer vorgeworfen. Mit wenig Anstrengung erkennt der Fan zudem Szenen, welche an Fulcis Woodoo oder Romeros Day of the Dead angelehnt sind.

Wenigstens ging man schon 1988 - lange vor 28 Days Later und Co. - in der Darstellung der Untoten neue Wege. Auch wenn diese wie der Rest des Films recht billig und schundig wirken, so sind sie doch recht modern gezeichnet. Sie können rennen, springen, Waffen benutzen und sogar reden. Selbst hier zeigen sich aber Fragasso und das Skript inkonsequent. Es scheint in manchen Sequenzen gerade so, als hätten die Zombies ihre Fähigkeiten vergessen, präsentieren sie sich doch ab und an auch so wie man sie kennt: langsam umherwandelnd. Eventuell dachte man sich, das man so etwas Atmosphäre schaffen kann, was allerdings nur Irrglaube wäre. Mit schwacher Beleuchtung und einigen Schwaden aus der Nebelmaschine gelingt einem noch lange keine ansprechende Atmosphäre. Auf diese wartet man sowieso vergebens. Den Eindruck eines schnell heruntergekurbelten, müden Machwerks mit grausamen Billiglook wird After Death nie wirklich los.

Nur gegen Ende gelingt es Fragasso mit seinem garstigen Ende in der Höhle einen kurzen Lichtblick zu setzen. Doch hier wurde der Karren schon längst gegen die Wand gefahren. Vollkommen lustlos wird hier ein langweiliges Zombiespektakel mit höchsten Trashausmaße zelebriert. Dabei fügen sich auch die Mimen, welche mit entweder nicht vorhandenem Schauspieltalent oder Overacting zur Geltung kommen, schön in das Gefüge ein. Ein zusätzlicher Faktor, der dem Film bald jeglichen Schauwert nimmt ist ohnehin die dahingeschluderte deutsche Synchronisation, die mit zu dem grausamsten gehört, was man einem Film antun kann. Selbst der Begriff der "Pornosynchro" würde hier noch eher ein Kompliment darstellen. Qualitäten erreicht der auch als Zombie 4 bekannte Film nur als richtig übler Trashklopper, der durch unvermögen in der Regieführung und einer grausamen Synchronisation unfreiwillig komisch wirkt. Einzig und allein das von Al Festa, welcher sich übrigens für den grausam billigen Spätgiallo Fatal Frames verantwortlich zeichnet, komponierte Titellied - schön cheesig und alle musikalischen Grausamkeiten des 80er-Pop-Rock verkörpernd - ist eines der wenigen Dinge, die man wirklich gut an diesem Werk finden kann.

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