20. Januar 2016

Ti Lung - Duell ohne Gnade

Ti Lung, David Chiang, Chang Cheh. Drei Namen, die bei Freunden des Hongkong-Kinos der 60er und 70er für leuchtende Augen sorgen. Das "Iron Triangle" kredenzt hier die Geschichte im Yen Chie, dessen Vater von einem verfeindeten Familien-Clan ermordet wird. Seine Stiefbrüder reden ihm ein, er solle die Schuld an der Tat auf sich nehmen und die Gegend verlassen. Ein Jahr später kehrt er zurück und muss sich gegen einen seiner intriganten Brüder erwehren. An seiner Seite ist dabei ein zwielichtiger Unbekannter, der schon vor einem Jahr auftauchte und mit Yen Chies Vater Geschäfte machte.

Ein knapp zweistündiges Epos, das gekonnt Dramatik mit drastischen Action-Szenen verbindet. Bei letzteren fliegen weniger Fäuste und Beine, vielmehr sind es hier Messer, die in einem wahren Ballett des Sterbens in den groß angelegten Kampfszenen den roten Lebenssaft fließen lassen. Die Kämpfe sind zudem gut choreographiert; Duell ohne Gnade gefällt dabei auch auf der narrativen Ebene. Langsam baut das Buch die Rache-Geschichte auf, welche zwar nicht sonderlich innovativ ist, dafür routiniert erzählt und gespielt.

Der forsch auftretende Ti Lung muss sich im direkten Duell was Charisma angeht hier Co-Star David Chiang geschlagen geben. Dessen jederzeit zwielichtig dargestellter Charakter wird gleichzeitig undurchsichtig, bedrohlich aber auch zerbrechlich gespielt. Chiang glänzt richtig in seiner Rolle und trägt mit seinem Partner gekonnt den Film. Hier wird Duell ohne Gnade ein Drama um zwei Männer, die gegenseitig großen Respekt für sich haben, durch gewisse Entscheidungen in der Vergangenheit aber eine unschöne Ausgangslage für eine gemeinsame (freundschaftliche) Zukunft haben.

Zusammen mit einer ansprechenden Fotografie, welche die Studiosets ansprechend und atmosphärisch präsentiert, ist Duell ohne Gnade hochwertiges Eastern-Kino aus der Schmiede der Shaw Brothers. Chang Cheh selbst drehte 1980 ein Remake von diesem Film, dessen deutscher Titel 5 Kämpfer aus Stahl ist.