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Mittwoch, 1. April 2020

Dark Universe

Obwohl ich meine Probleme mit SchleFaZ habe, so ist Dark Universe ein trefflicher Kandidat für das von Oliver Kalkofe und Peter Rütten auf Tele 5 präsentierte Format. Stammt er doch aus dem Umfeld des amerikanischen Vielfilmers Fred Olen Ray, welcher hier als ausführender Produzent fungierte und auch der ebenfalls durch etliche kostengünstige B-Filme Bekannte Jim Wynorski war hinter den Kulissen als Co-Produzent aktiv. Dark Universe ist Videotheken-Dutzendware ohne eigene Identität und kredenzt eine Story zum weglaufen. Eine NASA-Mission scheitert kurz vor ihrer Rückkehr auf der Erde; das Space Shuttle explodiert und stürzt mit lauten Getöse in die Everglades. Eine Reporterin, die hinter den unbekannten Gründen für den Absturz eine große Story wittert, macht sich mit ihrem Kameramann und zwei für den millionenschweren Finanzier der Mission arbeitenden Wissenschaftlern in das Sumpfgebiet inmitten Floridas auf, um nach den Überresten des Shuttles zu suchen.

Zusammen mit ihrem angeheuerten Führer findet die Gruppe die Trümmer, blutleere Leichen und bald auch deren Urheber: eine pilzartige, außerirdische Lebensform die jede nur erdenkliche Form annehmen kann und aus Kostenaspekten für den Film wie der von der Bastel-AG einer Grundschule gefertigte Nachbau eines Xenomorphen aus Alien aussieht. Das Monstrum schleimt und mordet durch die sehr nach leicht verwilderter Parklandschaft aussehenden "Sümpfe" (obwohl der Film tatsächlich in Florida gedreht wurde) um am Ende mit moderat ausgestatteter Pyrotechnik im Endkampf selbstverständlich doch noch den kürzeren zu ziehen. Bis dorthin wirft man in die jederzeit zu erahnende Story eine Menge an Versatzstücke aus großen wie kleinen Klassikern des Science-Fiction-Horrors. Neben den klar erkennbaren Einflüssen von Alien und Predator erinnern die ausgesaugten Leichen in ihrem Aussehen an die Opfer in Tobe Hoopers Lifeforce und in einer Szene fühlt man sich unweigerlich an die fliegenden "Alien-Frisbees" aus Das Geheimnis der fliegenden Teufel erinnert.

Die statisch-steife Handlung beinhaltet dabei alle für solcherlei Filme bekannten, wahrscheinlich auch nötigen Klischees und presst sie bar jeder Emotion in die vorgefertigte Schablone für 08/15-Videothekenregal-Füllmaterial der damaligen Zeit. Starre Kameraeinstellungen, ebenfalls starres Mimenspiel der vor der Kamera beteiligten und Billo-Effekte lassen einen auf normaler Betriebstemperatur laufenden Cineasten schnell die Haare raufen. Größtes Highlight war das damals en vogue gewesene Morphing und die hierfür bemühten digitalen Effekte erwecken den Anschein, dass dieses - zusammen mit dem am Rechner gerenderten Titel des Films im Vorspann - das teuerste an dieser Produktion war.

Nüchtern muss man dem Film Unterdurchschnittlichkeit mit Hang zum totalen Scheitern attestieren. Wäre da nicht der Umstand bei mir, dass meine filmische Sozialisation mit solchem Käse, der in den 90ern häufiger auch im Nachtprogramm der digitalen Sendeanstalten lief, begann. War mein jugendliches Ich mit dem gebotenen Standard aus ein bisschen Brüste, Geschmodder, lauer Action und austauschbarer, ewig gleicher Handlung schnell zufrieden zu stellen, empfinde ich heutzutage beim ständig aus diesem Konglomerat herausblitzenden Unvermögen hier und da einen Heidenspaß, obwohl das alles eigentlich großer Mumpitz ist. Wenigstens muss ich mir den Film nicht mit bescheuerten Cocktails und dämlichen Sprüchen spaßig schauen.

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