31. Januar 2010

Mad Foxes

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OT: Los Violadores
Spanien/Schweiz 1981 | ca. 77 Minuten | Action/Thriller
Regie: Paul Grau
Darsteller: José Gras, Laura Prennica, Sally Sullivan, Peter John Saunders, Siggi Helm, Eric Falk, Brian Billings, Hank Sutter u.v.a.

Immer frisch geföhnt braust Hal mit seinem schnittigen Stingray durch die Straßen und schleppt so ein Mädel nach dem anderen ab. Als er gerade mit seiner Freundin Babsy an ihrem 18. Geburtstag auf dem Weg in die Disco ist, wird er an der Ampel von einigen schmierigen Motorradrockern dumm von der Seite angemacht. Einer der verwegenen Recken zieht beim Rennen mit Hal den kürzeren, wummst gegen einen parkendes Auto und katapultiert sich geradeaus über den Jordan. Das können seine Kumpels natürlich nicht auf sich sitzen lassen und schwören Rache. Sie lauern ihm und seiner Freundin nach der Disco auf, verprügeln Hal und vergewaltigen Babsy. Hal schlägt zurück, als er mit den Schülern seines Kumpels, welcher eine Karateschule betreibt, die Rocker aufsucht und übel aufmischt. Doch damit ist noch lange nicht genug. Mit dieser Aktion hat Hal die verfeindeten Motorradrüpel noch mehr verärgert, welche nun zu einem grausamen Gegenschlag ausholen...

Und wer nun gedacht hat, dass die Schweiz ein so braves und biederes Land war und ist, der hat sich mächtig geschnitten. Auch wenn man beim Stichwort "Schweizer Film" bestimmt zuerst an sowas wie Heile Welt-Heimatschmonzetten, wie sie auch in hiesigen Produktionsstudios in den 50ern und 60ern hergestellt wurden, vorstellt, so täuscht man sich gewaltig. Es ist vielleicht nicht zu vergleichen mit dem immensen Output aus Italien, Spanien oder auch Großbritannien, doch auch der deutschsprachige Raum - darunter eben auch das Ländle der Eidgenossen - hat so einige exploitative Filmleichen im Keller liegen. Selbst vor nekrophilen Anspielungen machten die schweizer "Schmuddelfilmer" nicht halt und das in einer Zeit, in der Jörg Buttgereit noch nicht im Traum daran dachte, Filme wie Nekromantik zu drehen. In Mosquito - Der Schänder (1976) ist es ein auf Taubstumm getrimmter Werner Pochath, der seinen seltsamen Fantasien freien Lauf läßt und fröhlich mit einem Glasröhrchen an frischen Frauenleichen nuckelt. Guru der schweizer Exploitationszene ist allerdings der Produzent, Darsteller, Regisseur und Autor Erwin C. Dietrich. Seit Mitte der 50er widmete er sich zum größten Teil dem produzieren neuester filmischer Werke, sprang dabei unter anderem auch auf die Welle von Softsex-Filmen auf und hatte mit Die Nichten der Frau Oberst (1968) einen großen Kassenschlager vorzuweisen. Auch wenn er somit etwas in der Schmuddelecke festsaß, konnte es sich Dietrich - der unter anderem auch mit dem spanischen Vielfilmer Jess Franco zusammenarbeitete - dort sehr gemütlich machen und produzierte bis in die späten 90er Jahre weiter Filme.

Anfang der 80er wurde auch durch so manche Sleazebombe aus Übersee oder aus dem Mittelmeer-Raum (sprich: Italien) der Ton in den Bahnhofskinos zwischen Flensburg und Garmisch ruppiger und die Gewalt graphischer. Klar, dass Dietrich dem nicht wort- und tatenlos zusehen konnte. Schon die von Franco gedrehten Filme - sofern sie wie dessen Jack The Ripper: Der Dirnenmörder von London (1976) ins Horrorgenre eingeordnet werden konnten - waren etwas offener beim zur Schau stellen von äußerst ekeligem Kunstbluteinsatz. Fünf Jahre später war dann ein gar unglaublicher Action-/Thriller-Mischmasch mit noch unglaublicheren Rockern der neueste Scheiß, den man gesehen haben musste. Die Mad Foxes knatterten mit ihren Boliden in die Lichtspielhäuser und ließen mit Sicherheit den ein oder anderen Zuschauer recht verstört nach dem Filmvergnügen zurück. Denn so ein oberflächliches Stück Film mit solch selbstzweckhaften Szenerien hatte es schon lange nicht mehr aus dem deutschsprachigen Raum gegeben. Der Erwin wusste halt, wo der Hammer hängt und wie man viele Leute ins Kino locken konnte.

Dabei ist das Rezept in diesem Fall äußerst simpel: harte Kerle, röhrende Rockmusik der schweizer Hardrock-Kombo Krokus, fesche Frauen und ein ebenso geil anzuschauendes Vehikel. Fertig ist damit die Grundbasis von Mad Foxes, die mit einer ordentlichen Portion Bad Taste gewürzt wurde. Trash as trash can lautet da die Devise und von den ersten Momenten an, die sich da nach den Credits auf der heimischen Mattscheibe anbahnen, weiß der Gourmet, dass dieses Süppchen hier äußerst deftig ausfallen und bei wohlerzogenen Cineasten für rote Ohren sorgen wird. Sonnyboy Hal ist da gerade noch am Schmusen an der roten Ampel, als auch schon die Rockerbande angeknattert kommt und einige Sprüche zum Besten geben. Dabei verliert man Gott sei Dank nicht allzu viel Zeit und kurz darauf später haben wir auch schon den Grund, weswegen nun die Gewalt das Zepter in die Hand nimmt. Beim Rennen mit dem schnittigen Stingray reagiert eine der Rockergurken nicht ganz so schnell und donnert gegen ein Auto, befördert sich ins Jenseits während seine Mühle zu einem spontanen Lagerfeuer explodiert. Gut ausgearbeitet muss hier das Skript auch gar nicht sein, immerhin wollen wir kein minutenlanges, nur die Füße einschlafen lassendes Geblubber, sondern immer derbes Haudrauf-Kino der schundigsten Art.

Dies bekommt man bei Mad Foxes auch mit Sicherheit geboten. Bei der folgenden Prügelei und Vergewaltigung wird der Film schon äußerst asozial und schafft es immer wieder locker, zu diesem Niveau zurückzukehren. Selbstzweckhaft und ohne großen, anmahnenden Hintergedanken zelebriert man hier ja schon fast das, was die "niederen Instinke" des durchschnittlichen Zuschauers ansprechen soll. Es spricht aber auch den Freund an trashigen Filmchen an, der bei solch filmgewordenem Schundroman freudigst Pipi in die Augen bekommt. Tränen vergießt der Filmfreund wohl bei der Qual, sich sowas weiterhin anzuschauen während ein nicht gerade geringes Klientel Mad Foxes frenetisch abfeiert. Perfektionistischer Sleaze, schludrig in der Ausführung und zweifelhaft im Aufbau der ach so dünnen Geschichte, die allerdings mit immer neuen Unglaublichkeiten aufwartet. Die vergewaltigte Freundin vergißt Hal schnell wieder, immerhin kann er mit seiner hübschen Schnute und seinem vierrädrigen Penisersatz immer wieder heiße Mietzen mitnehmen. Darunter auch Sally, die mit ihrer Bekanntschaft durch die Lande trampt, diese aber beim verführerischen Angebot Hals diese aber prompt auf der Landstraße stehen läßt. Wenn so ein Geschoß um die Ecke biegt, kann man ruhig auch mal ganz oberflächlich werden und dem glitzernden Pomp verfallen. Regisseur Paul Grau, ohnehin wohl nur eines der vielen Pseudonyme von Dietrich, versteht es dabei wirklich gut, zügig durch die Story zu brettern um so die Langeweile abzuhängen.

Glücklicherweise (für den Zuschauer) kann Strahlemann Hal allerdings zwischen sich und seinen schlecht gelaunten Rockerbekanntschaften zwar einigen Abstand aufbauen, diese aber nie so richtig abhängen. Die wohl aus der randvollen Klischeekiste gekrabbelten Nasen versüßen mit einer ordentlichen Portion unpolitical correctness die Handlung des Exploiters dermaßen, dass es eine wahre Pracht ist. Ohne jegliche Moral rauben, vögeln, fluchen und morden die Jungs auf ihren Zweirädern durch die spanischen Locations. Auch einige Oneliner entfleuchen dabei den Mäulern der Rocker, die so nur noch mehr Sprit ins fröhlich lodernde Exploitationfeuer sprühen. Man könnte sie auch als heimliche Star des Films bezeichnen, immerhin ist deren Overacting noch eine ganze Ecke netter als das von Hauptdarsteller José Gras, der in den Credits als Robert O'Neal auftaucht. Dabei kann Gras ausführlich seine diversen Partnerinnen abschlabbern und betatschen. Die Kamera ist dabei immer mit Elan dabei und hält freudig auf die heißen Stellen drauf. Neben ordentlich nackter Haut wird Mad Foxes ordentlich garstig und spätestens bei der Tat, die Hal zur endgültigen Rache an den Rockern bewegt, lassen Regisseur und Autoren ordentlich die Sau raus. Diese scheinen nach dem goutieren der Vorbilder von Mad Foxes - einige wohl mehr oder minder kleinere und größere Schinken mit Revenge-Motiven - ordentlich beflügelt gewesen zu sein.

Trotzdem geht ihnen hier und da doch etwas die Puste aus. Auch wenn Mad Foxes ein wahrlich unglaubliches, kurzweiliges Trashfest für hartgesottene Allesglotzer ist, so kann er keinen Hehl daraus machen, dass es auch weitaus bessere (und weiterhin trashige!) Vertreter seiner Zunft gibt. Atmosphärisch und technisch ist dieser sympathische Schmu auf einem wirklich guten Level. Seinen Charme zieht er dabei nicht nur aus seinem Low Budget-Charakteristikum sondern auch aus der Tatsache, dass er sehr unperfekt bzw. ungeschliffen daher kommt. Die Logik ist nicht wirklich der größte Freund, was man Beispielsweise schon an den Armbinden der Rocker merkt. Mal ist das böse Hakenkreuz darauf zu sehen, mal nicht! Zudem bleibt der Protagonist für den Zuschauer nicht wirklich greifbar und schafft es auch nicht, die schweizer Groschenvariante von Charles Bronson und Co. zu werden. Es bleibt zu diesem eine ungeheime Distanziertheit, so dass das Rachemotiv weder wirklich gut ausgearbeitet, noch richtig intensiv die ganze Zeit über im Film schwebt. Wenn dann auch wie zum Anfang urplötzlich einige gräßlich angezogene Menschen zu fetzender Rock'n'Roll-Mucke über den Bildschirm wirbeln, weiß man, dass manche Szenen trotz der kurzen Laufzeit des Filmes wohl nur Füllmaterial sind.

Überraschend, immerhin bietet Mad Foxes zwar nichts innovatives, aber doch ordentliche Hausmannshost für den Exploitationgourmet. So ist es wirklich verwunderlich, dass im Drehbuch trotzdem einige verlegen in den Stoff eingewebte Füllszenen im auch als Stingray 2 bekannten Werk vorkommen. Auch wenn der nicht wirklich eine dichte, intellektuelle Substanz besitzt, so ist diese Art der Substanzlosigkeit doch dafür ausschlaggebend, dass er ein zwar gut anzuschauendes Werk ist, ihm aber doch irgendwie das gewisse Etwas zum wahren Trashknaller fehlt. Da wurde aus Souveränität wohl auch etwas Schludrigkeit beim Abdrehen des Films. Die Hingabe vermisst man, auch wenn Mad Foxes trotzdem gut unterhalten kann und dabei auch wirklich Spaß verbreiten an. Hätte man den Fehler gemacht und ihm noch einige Minuten geschenkt, würde er also länger gehen, so wäre das Werk wohl eher ein Griff ins Klo. Dürfte er für Puristen wohl auch sein, doch die Trash liebende Wildwutz suhlt sich gerne in solch angenehmen Filmschmodder. Der Film geht also durch und durch okay und wird wohl weiterhin seine Fans zufrieden mit einem großen Grinsen vor der Mattscheibe zurück.

21. Dezember 2009

Yankee

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OT: Yankee
Italien/Spanien 1966 | ca. 93 Minuten | Western
Regie: Tinto Brass
Darsteller: Philippe Leroy, Adolfo Celi, Mirella Martin, Tomás Torres, Francisco Sanz, Franco De Rosa, Victor Israel, Jacques Herlin u.a.

Ein namenloser Fremder, von allen nur Aufgrund seiner Herkunft Yankee genannt, verschlägt es in ein Dorf im mexikanischen Grenzland, welches vom größenwahnsinnigen "großen Poncho" beherrscht wird. Trotz der Warnung einiger Bewohner versucht der Yankee, mit dem exzentrischen Kriminellen ins Geschäft zu kommen. Während Concho noch einen verschollenen Teil einer Beute eines früheren Raubs sucht, um die ihn ein paar Ganoven betrügen wollten und einen Überfall auf einen Geldtransport plant, versucht der Yankee ihn zu überzeugen, die eigene Bande an die Justiz auszuliefern um sich dann das Kopfgeld zu teilen. Doch Concho geht nicht auf dieses Angebot ein und versucht, diesen seltsamen Fremden aus seinen Geschäften rauszuhalten. Das er den Amerikaner allerdings unterschätzt hat, merkt er daran, als dieser damit beginnt, mit List und Tücke die Mitglieder von Conchos Truppe zu dezimieren.

Wer nun bei dem Namen Tinto Brass einen relativ freizügigen und mit allerlei Nuditäten versehenen Italowestern der etwas derberen zunft erwartet, der liegt vollkommen daneben. Der als Giovanni Brass 1933 in Mailand geborene Regisseur wurde einem größeren Publikum durch den in der Nazizeit angesiedelten Erotikfilm Salon Kitty und dem "teuersten Porno aller Zeiten" Caligula bekannt und im letzteren Falle auch berüchtigt. Doch auch wenn sich Brass gerade nach zuletzt genannten Werk eher den erotischeren Filmen zuwandte und dabei solche Werke wie dem auch noch relativ bekannteren Paprika - Ein Leben für die Liebe (1989), Miranda (1985) oder vergleichbare Softcore-Streifen schuf, so sollte man auf jeden Fall einen Blick auf dessen Karriere vor den "Schmuddelfilmen" werfen. Brass, der unter anderem als Regieassistent von Roberto Rossellini begann und später zum Schnitt wechselte, machte 1958 als Regisseur erste Übungen mit dem Experimentalfilm Spatiodynamisme, den er zusammen mit Nicholas Schoeffer realisierte, bevor er fünf Jahre später seine erste Einzelarbeit Wer arbeitet, ist verloren ablieferte. Von da an wandte sich Brass trivialeren Themen und Filmen zu, ohne aber doch noch eine gewisse Extravaganz in diese hinein zu bringen. So gilt sein Giallo Ich bin wie ich bin - Das Mädchen aus der Carnaby Street von 1967 als optisch sehr verspielter und experimenteller Vertreter des damals noch jungen Genres, der Aufgrund der losgelösten Verspieltheit seines Regisseurs beinahe schon einen wahren Overkill an optischen Spielereien bietet. Ein Jahr davor entstand mit Yankee sein einzigster Italowestern.

Es ist dabei wirklich sehr schade, dass Brass in diesem Genre nicht mehr Beiträge vorweisen kann. Der immer schon etwas gemächlicher als die Kollegen arbeitende Regisseur, bei dem zwischen seinen Filmen schon mal gut fünf Jahre ins Land gehen können, bietet hier für den aufgeschlossenen Fan des Subgenres einen von seiner Geschichte her sehr konventionellen und doch wieder völlig eigenen und sehr obskuren Vertreter aus dem Reich der Spaghettiwestern. Es sind auch hier wieder seine optischen Spielereien, die Yankee aus der Masse hervorstechen lassen. Schon der Beginn mit seiner etwas holprigen, aber eben so völlig anderen, weil doch recht flotten Schnittfolge weiß hier zu faszinieren und führt den Protagonisten stilsicher ein. Er ist ein Held des Italowestern, wie er im Buche steht. Ein wortkarger Mensch ohne näher bekannte Vergangenheit, ein Vagabund dessen Lebensaufgabe es nur zu sein scheint, den großen wilden Westen abzureiten und den Bösewichter der Regionen ein Bein zu stellen. Er ist trotz seiner angenehmen Erscheinungsart ein mit allen Wassern gewaschener Haudegen, der auch aus der größten Gefahr einen Ausweg findet und zudem unsagbar sicher mit dem Schießeisen umgehen kann. Man merkt, hier haben Figuren wie Clint Eastwoods Charaktere in Leones Dollar-Trilogie oder Franco Nero als Django klar Pate gestanden. Aber man schafft es, den Yankee nicht nur als bloße Kopie dieser Figuren darzustellen. Gerade auch durch die ungewöhnliche Weise, wie Brass seine Geschichte schildert, wird dieser namenlose Fremde trotzdem zu einem völlig eigenständigen Charakter.

Das könnte auch am Schauspieler selbst liegen, wird der titelgebende Yankee vom Franzosen Philippe Leroy dargestellt, einem wahren Veteranen des italienischen Genrefilms, den man unter anderem auch noch im Poliziottescho Milano Kaliber 9 (1971), dem von Sergio Martino gedrehten späten Italowestern Mannaja - Das Beil des Todes (1977), dem Abenteuerdrama Das Wilde Auge (1967) oder auch dem Bud Spencer-Streifen Hector, der Ritter ohne Furch und Tadel (1976) bewundern kann. Auch Leroy besitzt wie viele seiner Kollegen ein markiges Gesicht, dass ihn dazu prädestiniert, einen Helden des wilden Westens darzustellen, besitzt dabei aber eben auch eine gewisse Ausstrahlung, mit der andere nicht aufwarten können. Brass spielte eben nicht nur mit der Optik des Films an und für sich, sondern auch mit der seiner Figuren. So hängt Leroys Pistolengürtel eigentlich viel zu tief und auch sein Hut ist - wie übrigens auch der seines Gegenspielers - doch etwas zu groß geraten. Zudem erinnert auch die Kleidung des Yankees nicht an das abgewetzte einiger anderer Nomaden, sondern eher entfernt an Gentlemen wie Sartana.

Doch Brass sprengt das herkömmliche Figurenbild allein auch schon durch seinen Inszenierungsstil. Nicht nur, dass Yankee fast schon am laufenden Band mit ungewöhnlichen Einstellungen wie Frosch-, Vogel oder anderen verzerrten Perspektiven aufwartet, auch in Sachen Licht- und Farbgestaltung sowie der Kameraarbeit ist der Film über jeden Zweifel erhaben und bekommt dabei ja schon fast eine unwirkliche aber immer auch dichte Atmosphäre. Was Yankee nun noch abhebt, sind die ständigen kirchlichen Anspielungen, die man den ganzen Film über findet. Das fängt damit an, das Concho mit seiner Bande in einer verfallenen Kirche haust und dieser sich beinahe schon Gottgleich gibt. Diese beeindruckende Performance hat man übrigens Adolfo Celi zu verdanken, der hier wie in vielen anderen Filmen auch eine wirklich sehr gute Leistung an den Tag legt und zusammen mit Kollegen Leroy rein von den mimischen Leistungen her trägt. Wie auch für Concho selbst so sind die Darsteller der Bandenmitglieder eigentlich nur bloßes Beiwerk, auch wenn sie natürlich ebenfalls ihre Sache gut machen. Der leider schon 1986 an einem Herzinfarkt verstorbene Celi war ein sehr wandelbarer und vielseitiger Darsteller, der sowohl in Gialli wie Aldo Lados The Child - Die Stadt wird zum Alptraum (1972), harten Polizeikloppern wie Eiskalte Typen auf heißen Öfen (1975), aber auch in Buñuels Das Gespenst der Freiheit (1974) oder auch dem James Bond-Streifen Feuerball (1966) zu sehen war. Richtig losgelöst gibt er in Yankee diesen wiederwärtigen, gierigen und keine Moral kennenden Bandenführer, der von Bilder sich selbst in seiner Behausung reihenweise an der Wand hängen hat.

Auf einem Thron sitzend und in feinstem, bizarr aussehendem Zwirn gekleidet, herrscht er über seine Bande, die auch einen eigenen Maler und einen Professor verfügt. Erhaben wie eine Gottheit und vollkommen aufgehend in der Macht, die er über seine Kumpanen und seiner weiblichen Liebschaft ausübt. Allerdings ist er auch sehr misstrauisch und gnadenlos und duldet keinen anderen auf seiner Ebene. Sehr schön dargestellt wird die von Concho gelebte Überheblichkeit in der Bildfolge beim Gespräch zwischen ihm und dem Yankee in seinem Domizil. Celi wird ungleich größer durch die Froschperspektive, während Leroy von schräg oben herab gefilmt wird, so dass es aussieht, als würde er vor diesem "Halbgott" knien, obwohl er eigentlich auf einem Schemel vor diesem sitzt. Die kirchlichen und biblischen Anspielungen sind auffällig, allerdings nicht unpassend integriert. Da wird aus goldenen Kelchen getrunken, Leroy im weiteren Verlauf des Filmes gekreuzigt und Celi nimmt mit seinen Kumpanen ein Abendessen ein, dass in seiner Komposition frappierend an das letzte Abendmahl Jesu erinnert. Zudem wird auch in den Dialogen immer wieder Bezug auf dieses Thema genommen, da Himmel und Hölle, Gott und der Teufel immer wieder als Vergleiche bzw. Metaphern herhalten müssen.

Es scheint fast, als würde Brass in manchen Szenen die Leidensgeschichte Jesu immer wieder andeuten und dabei die Rolle des Heiland wahlweise dem Yankee oder auch Concho geben. Während letzterer hier als ein unbarmherziger Diktator dargestellt wird, so fällt die klassische Märtyrerrolle ganz klar auf Leroy. Interessant ist hier auch, das Concho wie einst Jesu von Judas von einem seiner "Jünger" bzw. Bandenmitglieder verraten wird. Und selbst der Sargmacher trägt Kleidung, die ein klein wenig an die Gewänder von Mönche erinnert. Man könnte ja nun schon fast davon sprechen, dass sich Brass fast genauso selbstverliebt wie sein gewalttätiger Bandenchef gibt und sich in den optischen Spielereien verliert und so ganz unrecht hat man damit auch nicht, trotzdem kann man sich dieser Faszination die Yankee ausübt, auch nicht ganz verwehren. Eine dreckige Italowesterngeschichte, zugegebenermaßen nicht gerade frisch, aber wirkich klasse umgesetzt. Brass Erzählstil ist relativ gemütlich, so dass er sich für seine Geschichte Zeit nimmt, dabei aber den etwas mehr actionverliebteren Freunde des Genres etwas vor den Kopft stößt. Trotz einer gewissen Spannungsarmut schafft er es, den Zuschauer bei der Stange zu halten, was eben auf die tolle Bildsprache und Kameraeinstellungen zurückzuführen ist. Sie wird eben langsam aufgebaut und muss eventuell auch bewußt der Optik weichen, so dass man schon fast von einem "Style Over Substance"-Western reden könnte.

Bleibt man aber am Ball so bekommt man einen mehr als nur interessanten Western zu sehen, ungewöhnlich komponiert und trotz dem altbekannten Einzelkämpfer-Motiv größerer Vorbilder genügend Eigenständigkeit beweist. Yankee ist ein Unikat, der für manche wohl etwas zu stark aufgetragene sakrale Elemente mit sich trägt, aber trotzdem bzw. gerade deswegen einen so eigenständig starken Charakter mit sich führt. Diese besondere Mischung aus bekannter, dreckig-düsterer und ins unwirklich-traumhafte abdriftender Atmosphäre und dem handwerklichen zwar etwas rohen, aber durchaus geschicktem Händchen von Tintro Brass macht Yankee zu einem sehr guten Italowestern.

3. Dezember 2009

Das Schlitzohr und der Bulle

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OT: Il Trucido e lo sbirro
Italien 1976 | ca. 85 Minuten | Action/Poliziottescho
Regie: Umberto Lenzi
Darsteller: Tomas Milian, Claudio Cassinelli, Nicoletta Machiavelli, Henry Silva, Claudio Undari, Biagio Pelligra, Luciano Rossi u.v.m.

Ein harter Fall zwingt den Kommissaren Sarti zu ungewöhnlichen Methoden: um ein entführtes Mädchen mit einer schweren Nierenkrankheit, welches dringlichst ärztliche Behandlung benötigt, aus den Fängen des skrupellosen Brescianelli zu befreien, befreit er den kleinen Ganoven Sergio, der von allen nur Maccaroni genannt wird, kurzerhand aus dem Knast. Anfänglich nicht gerade zur Kooperation bereit, kann ihn Sarti unter anderem mit Waffengewalt zur Mitarbeit bewegen. Als nächster Coup kann der toughe Bulle sogar noch ein Trio von Zugräubern unter Mithilfe von Maccaroni dazu bewegen, ihm zu helfen. Doch die Zeit drängt. Brescianelli und seine Helfer verlangen ein zu hohes Lösegeld, welches die Eltern nicht zahlen können und dem Mädchen geht es immer schlechter. Eigentlich läuft die Zeit gegen Sarti und seine Gaunerbande, doch trotzdem versucht es der verbissene Polizist trotz größerer Probleme mit seinen Vorgesetzten und auch seinen sehr ungewöhnlichen neuen Problemen, Brescianelli auf die Schliche zu kommen.

Wenn eine nicht unumstrittene deutsche Rockband mit dem Titel "Nur die Besten sterben jung" einen gewissen Bekanntheitsgrad errungen hat, so muss man der Gruppe attestieren, dass sie nicht ganz unrecht haben. Das unberechenbare Schicksal riss auch den italienischen Schauspieler Claudio Cassinelli viel zu früh aus dem Leben. Während den Dreharbeiten zum Film Fists of Steel verstarb er im Alter von gerade mal 46 Jahren durch einen Hubschrauber-Absturz. Der in Bologna geborene Darsteller war ein wandelbarer Mensch, der es verstand, seinen unterschiedlichen Figuren Leben einzuhauchen und diese durch sein engagiertes Spiel regelrecht dynamisch auf die Leinwand zu bringen. Mitte der 70er Jahre startete er zum damaligen Run der Poliziotteschis, den Action- und Crime-Filmen aus Italien, richtig durch als er in Dallamanos Der Tod trägt schwarzes Leder zum ersten Mal als Polizist in Erscheinung tritt. Den ruppigen Polizisten sollte er nicht nur einmal spielen. Zwar tauchte er danach erstmal noch als Abraham im sehr feministisch gezeichneten, aber auch extrem brutal gezeichneten Exploitationkracher Flavia - Leidenswege einer Nonne auf. Danach folgten noch so einige Poliziotteschi wie Die letzte Rechnung schreibt der Tod, dem sehr vergnüglichen und mitreißenden Morte sospetta di una minorenne oder eben Das Schlitzohr und der Bulle. Danach folgten noch einige Filme verschiedenster Sparten, darunter einige Arbeiten mit dem Morte sospetta...-Regisseur Sergio Martino wie dessen Kannibalenabenteuer Die weiße Göttin der Kannibalen, dem Krokoschocker Der Fluß der Mörderkrokodile oder auch dem Monsterstreifen Die Insel der neuen Monster.

Cassinelli bereicherte mit seinem Können eigentlich jeden Film in dem er mitspielte und so macht auch in Umberto Lenzis Porträt der kleinen Gauner und Fische in der römischen Unterwelt eine außerordentlich gute Figur. Er ist ein unbequemer Mensch, der, wie er es auch öfters innerhalb der Geschichte erwähnt, deswegen auch schon in die tiefste Provinz versetzt wurde. Aber man kennt es ja in den italienischen Poliziotteschi: für die richtig harten Jobs, braucht man eben Männer mit Profil. Doch auch wenn Cassinelli wirklich riesig einen unerbittlichen Cop mimt, der mit seinen Methoden desöfteren aneckt und sowieso schon fast auf der gleichen Stufe wie die von ihm eigentlich bekämpften Gauner steht, so kommt er nicht so wirklich an seinem Kollegen Tomas Milian vorbei. Der durch diverse Italowestern bekannt gewordene, auf Kuba geborene Darsteller, meistert seine Rolle als "Maccaroni" mit beachtlicher bravour. Hier taucht er auch zum ersten Mal in einem Look auf, den Milian später noch in so einigen Filmen auf dem Leib tragen würde. Mit verwegen großem Afro, fransigem Bart und schlabbrigem Blaumann gibt er den stets etwas asozial daherkommenden Gauner, der trotz seiner ruppigen, direkten Art auch einen gewissen Charme und trotzdem ein gutes Herz besitzt.

Milian und Cassinelli bilden einen schönen Gegensatz, bei dem sie die Grenzen ihrer Rollen immer wieder aufbrechen und auf der gleichen Stufe stehen. Gerade wenn sich Sarti dann mit den Räubern um Calabrese nochmals aus dem Milieu stammende Helfer dazuholt, werden sein Ton und seine Methoden noch um einiges ruppiger als ohnehin schon. Es wird verprügelt, aufgemischt und sogar Waffengewalt angewandt um seinem Ziel näher zu kommen. Doch durch den Charakter des Maccaroni vermischt sich der von Lenzis Poliziotteschi ohnehin schon sehr brutalen Stil urplötzlich eine Art Gewitztheit und Humor in die ansonst sehr ruppige Geschichte. Auch wenn Lenzi das ursprünglich von Dardano Sacchetti geschriebene Drehbuch nach seinem gutdünken umschrieb, da er den zuerst sehr lustigen Stil von Sacchettis ursprünglichem Entwurf nichts anfangen konnte, blieb trotzdem immer noch genug Humor übrig. Gerade diese lockere, flapsige Art von Maccaroni verbunden mit dessen verschiedensten Verkleidungen wie einem Schäfer, Pater oder auch einem Maler erscheint im ersten Moment etwas ungewöhnlich, bringt aber auch gesunde Abwechslung in die Geschichte. Gerade zum Beispiel die Aktion von Maccaron und Sarti, sich als Maler verkleidet in ein Gefängnis einzudringen um Infos über den Aufenthalt von Brescianelli von einem Inhaftierten zu holen, ist wirklich sehr toll umgesetzt und zeigt, wie locker Lenzi von unterhaltsamen zu gewaltsamen Szenen umschalten kann.

Zwar nicht so oft zu erblicken, aber dennoch sehr solide agierend, ist Henry Silva in seiner Rolle als Obermufti und Entführer. Der Mann mit dem teils eisernen Gesichtsausdruck verkörpert einen eiskalt berechnenden Mann, der ohne jegliche Gnade seinen Willen im Entführungsfall durchsetzen will und auch nicht davor zurückschreckt, den angeblichen Bruder Maccaronis als Warnung erschießen zu lassen. Ohne mit der Wimper zu zucken jagt Lenzi den Zuschauer auch durch die Geschichte, die unglaublich straight mit durchgetrenem Gaspedal erzählt wird, um wirklich kaum Zeit zum Verschnaufen bietet. Große Zeitsprünge innerhalb der Handlung und grobe Schnitte erzählen das Geschehen fast schon im Zeitraffer. Trotzdem gelingt es Lenzi allerdings auch, eine gewisse Atmosphäre aufzubauen. Gehetzt mag sie wirken, verfehlt aber nicht ihre Wirkung. Man merkt auch sofort, dass die Geschichte von Das Schlitzohr und der Bulle, also der Entführungsfall, eigentlich nur ein Aufhänger für etwas völlig anderes ist. Die Polizeiarbeit rückt in den Hintergrund, selbst der eigentlich sehr präsente Cassinelli macht hier Platz für die Darsteller-Kollegen, welche die "böse" Gegenseite darstellt. Allen voran wieder die Figur des Maccaroni zeigt, dass hier der Fokus eher auf den kleinen Fischen unter den Gaunern liegt. Sie nehmen einen großen Teil des Films ein und so sind auch die Figuren der Räuber Calabrese, Vallelunga und Mario nicht einfach nur Nebenfiguren. Gerade letzterer sorgt noch für einige Konflikte mit Sarti, die dann doch wieder diese Grenze zwischen Polizist und Kleinkriminellen aufzeigt. Auch wenn sie trotz einiger Gegenwehr trotzdem immer zu Sarti halten und diesem helfen, so zeigt Lenzi aber auch eindeutig immer wieder die Seiten auf, zu denen die einzelnen Personen gehören.

So richtig moralisch wird Lenzi da dann natürlich nicht. Seine hier gezeichnete Welt ist - wie in anderen seiner Werke - eine sehr brutale, in der der Stärkere gewinnt und sich durchsetzt. Dem kurzen Aufzeigen, wohin die Personen im von Sarti gebildeten Team gehören - ob zur "guten" oder zur "schlechten" Seite - stehen einige fast schon zweifelhafte Methoden und Szenen gegenüber. Auch wenn Sarti zur Seite der "Guten" gehört, so nimmt er durch den großen Kontakt mit den Gaunern fast schon deren Züge an. So billigt er auch ohne mit der Wimper zu zucken beim Durchsuchen eines Haus, das sein Begleiter sich mit der Haushälterin "vergnügt". Lenzi verliert es zwar durch die etwas episodenhafte Erzählweise nie wirklich aus den Augen, auch die Geschichte voranzutreiben, doch irgendwie entgleitet im bis zu diesem Zeitpunkt wirklich unterhaltsamen Film dann etwas das Finale. Die finale Konfrontation mit Brescianelli ist im Vergleich mit den Versuchen, ihn aufzufinden, eher etwas zu kurz ausgefallen. Einem so fulminanten bzw. rasanten Aufbau sollte ein epischer Showdown zwischen den beiden Männern Sarti und Brescianelli folgen, doch hier schlagen dann Lenzi und Sacchetti eine andere Richtung ein und lassen das ganze relativ unspektakulär verpuffen. Etwas enttäuschend könnte man das nennen, da so ein Film wie Das Schlitzohr und der Bulle irgendwie sowas krachendes zum Schluß braucht. Wenn Lenzi schon wilde Verfolgungsjagden, einige Schießereien, fast schon alltägliche Gewalt auf den Straßen Roms und ähnliches schildert und es noch mit humorigen Szenen würzz, dann sollte eben auch das Finale nochmal so richtig krachen. Schlecht ist es jetzt nicht ausgefallen, aber irgendwie etwas beiläufig.

Dafür zeigt das Ende aber auch nochmal schön das Verhältnis zwischen Macceroni und Sarti auf. Nach all der gemeinsamen Zeit, in der sie sich beide wohl zusammenreißen mussten, scheint wohl schon sowas wie Freundschaft entstanden zu sein. So könnte Das Schlichtohr und der Bulle fast schon ein sehr früher Vorläufer der Buddy-Movies aus Hollywood sein und nicht von ungefähr war er sogar Vorbild bzw. wenigstens Inspiration für so einen: Walter Hill soll die Idee zu seinem Nur 48 Stunden nach dem Anschauen dieses Werks gekommen sein. Durch diese Elemente ist es auch ein eher ungewöhnlicher Poliziotteschi, der zwar die von Fans gewohnten und geliebten Elemente beinhaltet, aber schon von Anfang an einfach etwas anders ist: beginnt er doch tatsächlich eher wie ein Italowestern mit Bildern von Cowboys, Wüste und Co. Ebenfalls erwähnenswert ist auch der sehr mitreißenden Score von Bruno Canfora, der so manche Szene sehr schön untermalt. So ist ein humoriger, und trotzdem sehr harter - wie von Lenzi gewohnt - Poliziotteschi entstanden, der auf ganzer Linie überzeugen kann und vor allem durch das Duo Milian und Cassinelli auftrumpfen kann.

18. Oktober 2009

Das unheimliche Auge

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OT: Le Foto di Gioia
Italien 1987 | ca. 90 Minuten | Thriller/Giallo
Regie: Lamberto Bava
Darsteller: Serena Grandi, Dario Nicolodi, David Brandon, Vanni Corbellini, Trine Michelsen, Lino Salemme, George Eastman, Capucine, Karl Zinny, Sabrina Salerno u. a.

Früher selbst als erfolgreiches (Nackt-)Modell unterwegs, läßt Gloria nun als erfolgreiche Verlegerin allerlei Nackedeis stilvoll für ihr Magazin Pussycat ablichten, welches sie seit dem Ende ihrer Karriere, die sie nach dem tödlichen Unfall ihres Ehemanns an den Nagel hing, leitet. Zusammen mit ihrer Freundin Evelyn, ihrem Bruder Toni und dem Fotografen Roberto bildet sie das Kernteam des Magazins und kann dank hohen und profitablen Auflagen die Übernahmeangebote ihrer Entdeckerin Flora ablehnen. Dann wird allerdings ihr Fotomodell Kim am Abend nach einem Fotoshooting brutal mit einer Mistgabel erstochen, was von Glorias am Rollstuhl gefesselten und jungen Verehrer Mark beobachtet wird. Da er sie allerdings öfters mit Telefonanrufen belästigt schenkt sie so lange keinen Glauben, bis ihr anonym Fotos von der Toten - abgelichtet vor einem Foto aus Glorias Modelzeiten - zugeschickt werden. Die Polizei um Inspektor Corsi versucht fleißig den Mörder zu finden, doch dieser schlägt immer wieder nach der gleichen Masche zu und gibt allmählich zu verstehen, daß er es eigentlich auf Gloria selbst abgesehen hat.

Somit folgt man nun einem mit einigem 80er Jahre-Hochglanz versehenen und im Reichenmilieu angesiedelten späten Giallo des Mario Bava-Sohnes Lamberto Bava. Wenn Papa schon mit seinem The Girl Who Knew Too Much (1963) und vor allem dem wunderbaren Blutige Seide (1964) dieses überaus langlebige und noch mehr beliebte Genre begründet hat, so musste sich auch Lamberto auch ab und an an dieser sehr italienischen Form des Krimalfilms bzw. später Thrillers versuchen. Doch als Lamberto damit anfing, dem Giallo zu fröhnen, war dessen größte Zeit schon lange vorbei. Durch die angesprochenen, von seinem Vater inszenierten Filme ins Rollen gebracht, wurde die ganzen 60er über immer mehr Werke dieser Art zu produzieren um dann, zu Beginn der 70er bis weit in die Mitte des Jahrzehnts den italienischen und auch internationalen Markt damit zu überfluten. Viel Durchschnittsware war dabei zu finden, doch auch sehr viele wirklich gute oder sogar herausragende Werke solcher Regisseure wie Aldo Lado, Sergio Martino oder vor allem Dario Argento, der sehr schnell mit seinen Filmen in einer eigenen Liga spielte. Bis zum Anfang der 80er wurden dann nur noch hin und wieder Gialli produziert, wie zum Beispiel der Mix aus Tanzfilm- und Giallo Murder Rock von Lucio Fulci oder dem sehr feinen Aquarius - Theater des Todes von Regietalent Michele Soavi. Drei Stück kann Bavas Junior auf seinem Konto verbuchen: dem recht netten A Blade in the Dark (Review) folgte der sehr durchschnittliche Midnight Ripper (Review). Mit seinem letzten Giallo Das unheimliche Auge legte er auch gleichzeitig noch seinen besten Giallo vor.

Dabei kann er vor allem auf ein sehr gefälliges Drehbuch von Gianfranco Clerici und Daniele Stroppa zurückgreifen, welche die Story eines weiteren Gialloveteranen umsetzten. Für diese zeigt sich Luciano Martino, Bruder und Produzent der meisten Filme von Sergio Martino, verantwortlich der auch für dessen Gialli schon öfters die Story ersonnen hat. Zwar hatte Luciano hier vielleicht nicht seinen besten Tag, kann allerdings trotzdem mit einer schönen und vor allem einigermaßen interessanten Geschichte punkten. Wobei man ja schon durch den vorherrschenden Look des Jahrzehnts einige kleine Pluspunkte verbuchen kann. Zwar ist er nicht ganz so stilisiert wie Fulcis Murder Rock, aber trotzdem wird hier mehr als nur einmal der typische Hochglanz der 80er Jahre zelebriert. Der Style ist bei einem Giallo eben nicht ganz unwichtig und stellt sich in manchen Fällen sogar noch vor die Geschichte selbst. Was man mit einem extravaganten Stil alles erschaffen kann, hat Bava oft genug auch schon als Regieassistent bei seinem Vater sehen können. Nun kommt Lamberto zwar nicht wie dieser aus dem Kamerafach, hat dafür aber einen sehr fähigen Mann gefunden, einige schön stylische Einstellungen umzusetzen. Gianlorenzo Battaglia zeigt hier sein können als Kameramann und fängt die gelungene Kombination aus 80er Look in Verbindung mit dem in der Welt der Reichen und Schönen angesiedelten Film in teilweise ebenso schönen Bildern ein. Dabei weiß man auch nie so genau, was man denn bitteschön am tollsten finden soll. Die teils unglaublich protzigen Sets, die typische Kleidung der damaligen Zeit, die noch viel unglaublicheren Frisuren oder aber: die Frauen.

Ein weiterer Kniff des Schreiberteams, um so wohl auch von der in der zweiten Hälfte etwas den Atem ausgehenden Story abzulenken. Das präsentierte Umfeld gibt Bava und seinen Kollegen ja häufig die Gelegenheit, allerlei hübsch anzuschauendes und vor allem nacktes Weibsvolk ansprechend zu präsentieren. Allen voran dabei Hauptdarstellerin Serena Grandi, wohl eines der italienischen Sexsymbole der 80er und 90er Jahre, die desöfteren blank ziehen und ihre üppigen Proportionen in die Kamera halten darf. Bekannt wurde sie durch Horrorfilme und vor allem sehr freizügigen und frivolen Komödien in denen sie auch desöfteren für die männliche Zuschauerschar ihre Reize zeigen musste. Da freut sich dann auch sichtlich Kultdarsteller George Eastman, dessen Rolle irgendwie unnötig erscheint man es aber den Autoren nicht weiter krumm nimmt, sieht man den Hünen doch sowieso recht gerne. Mit einem verschmitzten Grinsen taucht er als Schauspieler Alex, einem Ex-Freund von Gloria, in einem Fellkostüm auf (welches wohl indirekt für seinen im gleichen Jahr entstandenen Barbarenklopper Die Barbaren Werbung macht) und darf dann hin und wieder mal an den üppigen Rundungen der Frau Grandi naschen.

Zumal ist es ohnehin erstaunlich, was Bava hier an weiblichen Darstellern aufbringt. Da wären noch Argento-Gespielin Daria Nicolodi die als Evelyn recht zugeknöpft bleibt, genauso wie das ehemalige Model Capucine, das schon in solch großen Filmen wie Blake Edwards' Der rosarote Panther oder Satyricon von Federico Fellini auftauchte. Zudem darf auch mal Europopsternchen Sabrina Salerno, am besten für ihren Hit "Boys" bekannt, vor die Kamera treten und - wer hätte das gedacht - blank ziehen. Dem gegenüber stehen mit Lino Salemme und David Brandon ebenso bekannte männliche Darsteller vor der Kamera. Ein illustres Aufgebot also, das von Bava recht launig durch die mondänen Sets bewegt wird und für manche Freunde der eher dynamischeren Erzählstruktur etwas zu geschwätzig in den Szenen bleiben. Man nimmt sich Zeit, wohl auch um eben diese feinen Requisiten und Schauplätze ins rechte Licht zu rücken. Doch schafft man es durch fröhliches Stiebitzen einiger Versatzstücke Das unheimliche Auge auch einige Spannungselemente zu schenken. Bestes Beispiel ist hier die Figur des Mark, der durch an dem Rollstuhl gefesselt eine Obsession für seine hübsche Nachbarin Gloria entwickelt und diese am liebsten durch sein Fernrohr beobachtet. Dadurch sieht er auch den ersten Mord und wenn er dann telefonisch Gloria davon in Kenntniss setzt, sie ihm aber erst keinen Glauben schenkt - ZACK! - schon hat man ein wenig von Hitchcocks Das Fenster zum Hof geklaut.

Man hat aber glücklicherweise nicht komplett auf diese meisterliche Vorlage gesetzt, sondern baut eine recht eigenständige Geschichte auf, die bei den Mordszenen allerdings recht argentoesk inszeniert wurde. Die plötzlich auftauchenden Farbspielereien, die die Bilder in rotes und blaues Licht tauchen, erinnern sehr an Argento können allerdings auch durch typische italienische Schrulligkeit aufwarten. So fragt man sich bei den ersten beiden Opfern wirklich, wieso diese für kurze Zeit mit einem riesigen Augapfel als Kopf bzw. einem Wespenkopf auf den Schultern zu sehen sind. Elemente, die dem Film eine sehr eigene Komponente geben, diese aber leider genau so schnell wieder fallen gelassen werden, wie sie aufgetaucht sind. Es ist gerade beim ersten Mord ein sehr überraschender Moment, der eine angenehme Surrealität aufweisen kann und den geneigten Giallofan von allerlei Obsessionen des Killers träumen läßt. Zwar bekommt er diese am Ende wirklich, allerdings werden diese beiden Dinge dann eher außen vor gelassen und mit keinster Silbe erwähnt. Schade, denn in der zweiten Hälfte will bei dem auch als Delirium bekannten Film so mancher Spannungsmoment nur noch schwerlich zünden. Zwar gelingt es Bava besser als bei seinen zuvor gedrehten Gialli, diese aufzubauen, doch die für manche wohl etwas zu schwerfällige Handlung scheint diese etwas zu sehr zu erdrücken.

Viel mehr konzentriert man sich dann auf die leidende Gloria und ihre ebenfalls sehr mitgenommenen Freunde und bewegt sich dann in sehr konventionellen Bahnen, wenn der geheimnisvolle Mörder wieder auftaucht. Wenigstens das Ablichten seiner Opfer vor Fotos der Bedrohten (mit ein wenig Fantasie könnte man hier meinen, daß hierfür der britische Thriller Peeping Tom Pate gestanden hat) bringt hier noch etwas Innovation in die ansonsten doch sehr muffige Geschichte. Es ist nett gemacht, wie Bava hier auch noch die Probleme von Gloria und Co. aufzeigt, doch dem reinen Thrilleraspekt nimmt es doch ein wenig den Pepp. Da hätte man lieber die etwas schrägen Ideen der erste Hälfte weiter verfolgen können. So ist dann vor allem die Szene im leeren Kaufhaus sehr mau ausgefallen und mag irgendwie nicht so richtig passen. Doch man mag sich hier nicht weiter aufregen. Dafür lastet Bava schon viel zu sehr der Ruf eines eher mittelmäßigen Regisseurs an, der niemals an die Klasse seines Vaters herankam. Dies etwas zu veralgemeinert, trotzdem hat er wirklich viel Durchschnitt in der Filmographie stehen. Mit Das unheimliche Auge gelang ihm aber trotzdem ein sehr stimmiger Film, der durch seinen Style und einer doch recht netten Geschichte überzeugen kann.

Diese bietet - ganz giallotypisch - noch eine gehörige Überraschung, die zwar sehr konstruiert wirkt aber dafür in ihrer Wucht wieder ungemein klasse und sympathisch rüberkommt. Da nimmt der Film nochmal etwas an Fahrt auf und kann durch einige weitere schöne Einstellungen im Finale überzeugen. Hinzu kommt, daß hier auch der Soundtrack wirklich gelungen ist, stammt dieser doch von Simon Boswell, dessen bekannteste und beste Arbeit wohl der Soundtrack zu M.A.R.K. 13 - Hardware darstellt. Handwerklich ist der Film mehr als ordentlich und lebt vor allem durch seine glatte 80er Jahre-Präsentation und hätte sogar mit etwas mehr Finesse was Spannungs- und Handlungsaufbau angeht, sogar ein sehr guter Spätgiallo werden können. Unterhaltsam ist Das unheimliche Auge aber allemal, schafft er es doch trotz der geleckten Bilder auch einen gehörigen Sleazefaktor mitzuliefern. Da verzeiht man ihm sogar seine teils etwas träge und vor allem zu konventionelle Art.

15. Oktober 2009

Demonia

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OT: Demonia
Italien 1990 | ca. 85 Minuten | Horror
Regie: Lucio Fulci
Darsteller: Meg Register, Brett Halsey, Lino Salemme, Christina Engelhardt, Pascal Druant, Ettore Comi, Grady Thomas Clarkson, Lucio Fulci, Carla Cassola, Al Cliver u.a.

Man schreibt das Jahr 1486 auf Sizilien, in dem einige Nonnen einem wütenden Lynchmob zum Opfer fallen und in der Gruft ihres Klosters für ihr gar nicht so frommes Leben bestraft werden, indem sie an einige schon parat stehenden Kreuzen (wohl für den Fall der Fälle, immerhin war so eine Lynchaktion im frühen Mittelalter eben eine spontane Sache) genagelt und dort einfach sich selbst überlassen werden. Viele hunderte Jahre später, genauer gesagt im Jahre 1990, plumpst die Archäologiestudentin Lisa während einer Seance vom Stuhl, nachdem sie von schrecklichen Bildern von Nonnen heimgesucht wird. Wie es der Drehbuchautor das Schicksal so will, verschlägt es sie mit ihrem Professor zu Ausgrabungen nach Sizilien. Die Bewohner des Dorfes in der Nähe der Ausgrabungsstätte geben sich den Fremden sehr reserviert und einzig und allein ein alter Kollege des Professors erweist sich dem Team gegenüber als gastfreundlich. Während sich der Rest um die Arbeit kümmert, entdeckt die von ihren Visionen immer noch zutiefst beeindruckte Lisa die Leichen der Nonnen. Die in ihrer Totenruhe gestörten rächen sich fortan als mordlüsterne Geister an Leuten aus dem Team und an Dorfbewohnern, was Lisas Professor zu einem Hauptverdächtigen bei den Ermittlungen der Polizei werden läßt.

"Früher nannten sie meine Kunst Scheiße, heute nennen sie meine Scheiße Kunst!" Ein hartes, verbittert klingendes Urteil eines Mannes, der heute noch, gut dreizehn Jahre nach seinem Tod von einem großen Teil der Horror- und Splatterfanschar verehrt wird für seine blutigen Filmeskapaden. Lucio Fulci, ein Tausendsassa und bekanntester Vertreter des italienischen Genrefilm dessen bekanntesten Werke für besorgte Stirnfurchen bei hiesigen Jugendschützern sorgte. Er hängte Zombies an das Glockenseil, trieb sich in einer Geisterstadt der Zombies herum oder trieb einen irren Mörder mit Donald Duck-Stimme durch New York. Sie sind berühmt-berüchtigt und selbst heute diskutiert man in diversen Foren immer noch angeregt über das Oeuvre des Mannes, der leider vom Fandom zu sehr auf seine ultrabrutalen "Schmodderwerke" aus der ersten Hälfte der 80er reduziert wird. Klar, diese Filme sind mittlerweile zu Kultobjekten aufgestiegen und zählen in seiner Horrorfilmkarriere auch zu seinen besten Werken, doch auch schon früher hat der 1927 in Rom geborene Fulci einige interessante Werke zu bieten. Angefangen im Komödienfach als Autor und später auch Regisseur in Zusammenarbeit mit dem Komiker Toto, zog es ihn zu fast jedem Genre hin.

Bemerkenswert sind da zum Beispiel seine Gialli, von denen er insgesamt fünf Stück inszenierte. Angefangen 1969 mit Nackt über Leichen folgten noch Lizard in a Woman's Skin (1971), Don't Torture A Duckling (1972) und The Psychic (1977). Mitte der 80er schob er zudem auch noch den sehr vom 80er Jahre-Hochglanz geprägten Murder Rock nach, als die eigene Gialli-Welle schon längst wieder abgeebbt war. Diese sind geprägt von inszenatorischen Experimenten, auf die Spitze getriebenen Style und damals im Falle von Don't Torture A Duckling auch sehr kontrovers aufgenommener Thematik. Fulci eckte eben schon immer mit seinen Ansichten an und liebte es wohl auch, zu provozieren. Ungewöhnlich für das vom Katholizismus geprägte Land ist vor allem seine sehr negative Auffassung was die Kirche angeht, was auch in seinem wohl besten und persönlichsten Film Die Nackt und der Kardinal von 1969, in der er die Institution als habgierig, gewalttätig und kaltschnäuzig zeichnet. Anspielungen und Spitzfindigkeiten gegen die Kirche finden sich auch in einigen anderen Werke wieder, wie zum Beispiel auch der Selbstmord des örtlichen Pfarrers in seinem Ein Zombie hing am Glockenseil. Doch gezeichnet von seiner Diabetes ließ der alternde Fulci nach. Er versuchte sich noch in einigen anderen Genres wie dem Barbarenfilm mit Conquest (1983) oder dem Endzeit-Film mit Schlacht der Centurions (1984) die noch als sehenswert durchgehen, doch dann verließen ihn die Kräfte, um nochmals einen richtig guten Film fertigzustellen.

Die Qualität der Filme ging stetig bergab (wobei scharfe Zungen und Kritiker des Mannes nun behaupten würden, daß es damit auch nie bergauf ging) und als absoluter Tiefpunkt gilt ausgerechnet sein als Geschenk an die Splattercommunity gedachter Nightmare Concert, dem jegliche ironischen Ansätze - Fulci spielt darin einen Horror-Regisseur der Aufgrund der vielen Gewaltfilme langsam den Verstand zu verlieren scheint - durch seine konfuse Inszenierung und den Umstand, daß viele Szenen aus anderen von Fulci oder Kollegen inszenierten Filmen in das Werk eingefügt wurden. Ausgerechnet der für das italienische Fernsehen (und von diesem als zu brutal letztendlich abgelehnten) Die Uhr der Grauens (1989) versprüht nochmal ein wenig das oldschoolige Fulci-Feeling. Wenigstens eröffnete ihm der schon angesprochene Nightmare Concert die Möglichkeit, nochmal einige - deutlich kleinere - Horrorfilme zu inszenieren. Direkt nach diesem enstand Demonia, welcher zwar nicht ganz so grausam ausfällt, allerdings auch eher einen bitteren Nachgeschmack beim Zuschauer hinterläßt. Fulci schwächelte in seiner stark angeschlagenen Gesundheit und so fehlt an allen Ecken und Enden die Konzentration auf wesentliche Stärken eines guten Horrorfilms.

Richtig interessant wird es nur zum Beginn, wenn der Lynchmob die Nonnen in die Gruft des Klosters zerrt und diese da an die Kreuze nagelt. Weiß man um die Hintergründe, wie sehr Fulci die Kirche verabscheute, bekommt diese an und für sich auch schon recht plumpe Szenerie auf einmal eine interessante Doppeldeutigkeit, die sich am besten in der Endszene dieses Prologs zeigt, wenn Fulci die leidenden Nonnen am Kreuz zeigt. Wenn da Nägel durch Brustbein und Hände getrieben werden, ist dies wohl auch gleichzeitig seine brutalste und gewaltsamste Abrechnung mit dem Klerus. Das man damit auch sehr gut die von geifernden Splatterfans gewünschte Effekthascherei inszeniert hat, ist ein guter und auch beabsichtigter Nebeneffekt. Demonia ist vor allem das schnelle Cash-In, ein hurtig entwickelter und abgedrehter Film, der mit dem seligen und auch recht gealterten Bernd Schuster-Lookalike Al Cliver einen bei Fans zum Kultdarsteller avancierten, alten Wegbegleiter Fulcis bietet. Demonia ist übrigens auch, dies sei noch kurz bemerkt, dessen bisher letzter Eintrag in der Filmographie. Die alten Film- und Studiostrukturen lagen in Italien in ihren letzten Zügen, was man etlichen in den ausgehenden 80er Jahren entstandenen, kleineren Genreproduktionen anmerkt.

Eine anständige und ansprechende Atmosphäre können diese nicht wirklich vermitteln und so "glänzt" auch Demonia durch einen kalten, unfreundlichen Look der keinerlei Stimmung aufkommen läßt. Viel schlimmer noch: der Spaß und die Freude am Film kommen auch zu kurz, was nach den Credits viel Zeit zum Kopfschütteln bedeutet. Es ist vor allem für Freunde Fulcis ein trauriges Schauspiel, was sich hier bietet. Der von ihm in Zusammenarbeit mit Piero Regnoli geschriebene Film ist völlig unmotiviert umgesetzt worden. Egal ob dies nun das Drehbuch oder das fertige Endprodukt angeht. Ohne größere Erklärungen und Zusammenhang werden hier verschiedene mysteriöse Begebenheiten, gefolgt von blutrünstigen Morden geboten die durch eine dünne Geschichte rund um die von Visionen geplagte Lisa zusammengehalten werden. Dargestellt wird sie von Meg Register, einer Amerikanerin, die es zu keiner Zeit schafft, daß der Zuschauer auch irgendwann im Verlaufe des Films so etwas wie Sympathie zu ihr aufbauen kann. Inbrünstig schaut sie abwechselnd schockiert, gequält und nachdenklich in die Kamera, was allerdings auch schnell für den Mann oder die Frau vorm TVzu einer Qual werden kann. Schauspielerisches Talent kann man nicht ausmachen und so verwundert es nicht, daß die blonde Dame mittlerweile nichts mehr mit dem Medium Film am Hut hat und heute als religiöse und spirituelle Beraterin arbeitet. Man könnte denken, an ihrem Unvermögen vor der Kamera schien schlechtes Karma Schuld zu sein. An ihrer Seite mimt Brett Halsey einen typisch skeptischen Wissenschaftler, der mit strengem Blick seine Studentin anmahnt, sich auf die Arbeit und nicht diesen spirituellen Quatsch wie den Seancen zu konzentrieren. Halsey pendelte übrigens seit Beginn seiner Karriere regelmäßig zwischen dem Heimatland USA und Italien, tauchte er doch in so einigen US-Serien als auch in Italowestern auf. So sahen ihn seine Landsmänner im Seriendauerbrenner General Hospital und so ziemlich jeder angesagten Serie ihrer Zeit, während er in Italien Filme wie Heute ich... morgen Du!, Ein Silberdollar für den Toten oder Drei Halunken und ein Halleluja drehte. Mit Fulci arbeitete er schon in dessen Werken Dämon in Seide und When Alice Broke The Mirror zusammen und war zudem zwölf Jahre lang mit der deutschen Sängerin und Schauspielerin Heidi Brühl verheiratet.

Recht amüsant hingegen ist Lino Salemme, dessen Nachname rein phonetisch fast nach Salami klingt und der deswegen auch den Metzger mimen darf. Somit gibt er einen harten Kerl, der sich wohl zudem wie der Bürgermeister der kleinen Ortschaft fühlt und auch mal bei Lisa kurz in der Gruft vorbeischaut, ihr klar macht das man sie nicht gerne hier sieht und dann wieder geht... wohl um weiterhin sich in seine Metzgerei zu stellen und kryptische Worte zu den restlichen Dorfbewohner zu murmeln und mit hartem Hieb so manches Steak bereitet. Wer dankt es ihm? Keiner. Stattdessen wird er von der mörderischen Rachenonne sogar mit seiner Zunge im Kühlhaus auf den Tisch genagelt und dann schön schockgefrostet. Diese taucht sowieso auf wie es ihr (oder wahlweise den Autoren) beliebt und bringt einige Leute um die Ecke. Hier sieht man sehr schön, wie der Italiener an und für sich mit Logik und Zusammenhängen im Horrorfilm auf Kriegsfuß steht. Man dachte sich halt "Anything goes" doch leider muss man frei nach dem designierten Outdoor-Minister Guido Westerwelle mit einem nüchternen "No, it goes not!" antworten. Sehrwohl funktioniert das Motto in anderen Genres, doch beim Horrorfilm versagt man da schon öfters. Nur wenige Leute bekommen hier die Kurve und gerade bei Fulci sieht es in seinen etwas unblutigeren Filmen desolat aus. Wie schon bei seinem Manhattan Baby, eines der besten Beispiele wie unsäglich kryptisch und überfrachtet ein italienischer Horrorfilm sein kann, passieren hier ohne jegliche Hintergründe und Erklärungen allerlei mysteriöse Sachen.

Dabei zitiert sich Fulci in einer Szene selbst und bietet nach dem angesprochenen Manhattan Baby gleich nochmal eine sehr sinnfreie und brutal umgesetzte Tierattacke. Was im auch als Amulett des Bösen bekannten Film von 1982 die berüchtigte Vogelattacke-Szene am Schluß ist, sind hier die Katzen der alten Frau, die Lisa die ganze Story über die toten Nonnen erzählt. Diese ist übrigens in einigen schwülstigen Rückblenden erzählt, in denen Fulci nochmal zeigt, wie schmutzig Nonnen doch sein können (wobei das einige seiner Kollegen nach dem Erfolg von Ken Russells Die Teufel in so manchen Nunploitationfilmen noch besser hinbekamen). Was folgt, ist eine schier unglaubliche Szene in der die zuerst die als ihre Freunde titulierten Samtpfötchen ganz böse in die Kamera schauen (Whiskas-Entzug?), sie anfauchen und prompt als Biester beschimpft werden. Es folgt der Angriff der Katzen was darin gipfelt, daß die alte Dame nicht einfach so mal kurz ein wenig gekratzt wird, sondern von einem der Tiere den gesamten Augapfel (!) ausgekratzt bekommt. Da durften die Effektemacher zwar nicht wirklich überzeugend, aber dafür so richtig richtig schmoddern, was das Schmodderliebhaberherz zum Überlaufen bringt. Gerade diese herrlich überzogenen Blutszenen sind einige der wenigen Stärken Demonias, der durch die fiese Zweiteilung eines armen Schluckers auch eine in "Gorehoundkreisen" recht bekannte Szene bietet.

Dies und der Umstand, daß sogar (der sichtlich gealterte) Regisseur Fulci selbst vom Regiestuhl abstieg und vor der Kamera als ermittelnder Kommissar agierte, hilft aber nicht, dieses Werk irgendwie aufzuwerten. Demonia ist einer dieser Filme den man sich trotz seiner Unzulänglichkeiten alle Jubeljahre in einem Anfall an Masochismus in den Player schiebt um sich an seinen Schwächen zu ergötzen. Trash im negativsten Sinne, der im Verlaufe der Handlung immer mehr unlogischen Mumpitz bietet. Wenn am Ende die auf einmal sehr nach Lisa aussehende Killernonne mit gelbem Schleim vor und in der Schnauze richtung Kloster stapft, so hat der wohlgesonnenste aber auch nervenschwache Cineast von Nebenan schon mindestens Schaum vorm Mund und sucht krampfhaft nach dem Stop-Knopf auf der Fernbedienung. So etwas wie Schockmomente gibt es nicht und die gewollten entpuppen sich als lahmer Standardfurz des abgesessenen Horrorarsches und der Horror stellt sich in folge dessen auch erst gar nicht ein. Da muss man immer wieder darauf rumreiten, wie unzusammenhängend die Geschichte Demonias ist, wird es einem doch fast zu jeder Minute bewusst. Er stellt ein Ärgernis dar und quält zudem auch durch einen auf einer billigsten Casio-Kopie aus dem hiesigen Aldi eingespielten Soundtrack, der - weswegen auch immer - sogar auf CD veröffentlicht wurde. Guter Wille war mit Sicherheit bei Fulci vorhanden, doch gute Momente und Ansätze sucht man hier vergebens. So bleibt der Film vor allem ein den Fulci-Freund traurig stimmender Schandfleck auf der Filmographie des Italieners und die Bestätigung das der späte Fulci nicht für gute Unterhaltung bürgt. Eher für unterirdischen Trash.

12. Oktober 2009

Byleth - Der Dämon mit den blutigen Fingern

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OT: Byleth
Italien 1972 | ca. 81 Minuten | Horror/Erotik/Drama
Regie: Leopoldo Savona
Darsteller: Mark Damon, Claudia Gravy, Aldo Bufi Lando, Franco Jamonte, Tony Denton, Silvana Pomilli, Marzia Damon, Fernando Cerulli u.a.

Nach gut einem Jahr kehrt Barbara zurück in ihr Elternhaus, in dem schon sehnsüchtig ihr Bruder Lionello auf sie wartet. Die beiden Geschwister verbindet etwas besonders und die Liebe zu einander ist nicht nur rein platonischer Natur. Doch die Rückkehr seiner Schwester stellt Lionello vor eine harte Probe, ist sie doch mittlerweile seit einiger Zeit mit dem galanten Giordano verheiratet und weißt seine Zuneigung zurück. Zutiefst von ihr gekränkt, begegnet er auch dem Schwager von nun an sehr reserviert. Als wäre dies noch nicht genug für das ohnehin sehr sensible Nervenkostüm Lionellos, wird ein Dienstmädchen in ihrem Zimmer ermordet. Der Richter des nahegelegenen Ortes stellt bei seinen Ermittlungen fest, daß Parallelen zu einem Mord an einer Prostituierten bestehen, was die Ausführung der Tat und die Mordwaffe angeht. Zur Ablenkung Lionellos lädt Giordano seine Cousine ein um sie mit ihm zu verkuppeln und gibt diesem auch noch zu Ehren ein Fest, bei dem Barbara per Zufall die Theorie des örtlichen Geistlichen zum Mord mitbekommt. Er geht davon aus, daß Byleth, ein alter Dämon, für die Morde verantwortlich ist. Dadurch wird sie an einen alten Vorfall aus Kindertagen erinnert, bei dem sie ihren Bruder mit Schaum vor dem Mund auf dem Boden liegend vorfand und eben diesen sonderbaren Namen vor sich hinmurmelte. Seine Schwester stellt sich dadurch nun die Frage, ob Lionellos seltsames Verhalten wirklich nur durch die Umstände des Mordes herrühren, oder ob er von dem Dämonen besessen ist.

Seltsam ist dabei auch ein treffendes Wort um den ersten Eindruck zu Byleth zu beschreiben. Nicht uninteressant, allerdings auch nicht wirklich packend oder spannend spinnt hier Regisseur Leopoldo Savona eine Geschichte zwischen mit allerlei Nuditäten versehenem Inzestdrama und seichtem Okkulthorror. Dabei geht Savona sogar so weit und läßt den Film mit einer Szene beginnen, die auch aus einem waschechten Giallo hätte stammen können. Dabei hätte sich der eher mit Italowestern vertraute Regisseur etwas mehr für eine Stilrichtung entscheiden sollen, ist die in Byleth vorherrschende Mischung der Genreversatzstücke nicht gerade ausgewogen. Es ist ein behäbig erzählter Film, der nicht wirklich in die Pötte kommen mag. Die Geschichte versickert in einer trüben Grube voller Langeweile, da die verschiedenen Elemente der Genre nur Ansatzweise vorhanden sind, sich allerdings nicht ein einem Genre vertieft. Um auch dem damaligen, voyeuristischen Bahnhofskinopublikum gerecht zu werden, bleibt Savona mit seinem Stoff vor allem auf der erotischen Ebene hängen.

Der Regisseur, 1922 in Lenola geboren, begann seine Karriere Ende der 40er Jahre mit einer Rolle in der US-Serie Studio One, wechselte allerdings bald hinter die Kamera und trat nur noch gelegentlich vor diese. Er hatte schon einige Jobs wie Choreograph, Produktionsmanager oder auch schon Drehbuchautor inne, als er damit begann, Regieassistent zu werden. Hier waren schon längst die 50er Jahre und die Zeit des Neorealismus angebrochen, so daß Savona an Werken wie Die freudlose Straße, Frauen und Wölfe oder Liebe, Frauen und Soldaten mitwirkte. Der bekannteste Film in seiner Zeit als Regieassistent dürfte dabei der 1961 entstandene Accatone - Wer nie sein Brot mit Tränen aß von Pier Paolo Pasolini sein. Kurz darauf wechselte er selbst auf den Regiestuhl und bewegte sich fortan eher in seichteren Gewässern. Die Hochphase seines Schaffens ist dabei mit der des Italowesterns verbunden, machen diese doch die meisten Einträge in seiner Filmographie aus. Hier war er unter anderem für solche Werke wie Spiel dein Spiel und töte, Joe, El Rocho - der Töter oder Pizza, Pater und Pistolen verantwortlich. In letzterem arbeitete er auch schon mit dem Hauptdarsteller seines Byleth zusammen: Mark Damon. Der Amerikaner hüpfte auch von Genre zu Genre und zählt zu seinen bekanntesten Filmen den Giallo Sieben Jungfrauen für den Teufel, den Italowestern Ringo mit den goldenen Pistolen und der in seinem Heimatland entstandenen Poe-Verfilmung Die Verfluchten von Roger Corman.

Der charismatische und wohl auch bei der Frauenwelt sehr gern gesehene Amerikaner ist es dann auch, der Byleth über weite Strecken der Laufzeit trägt. Nicht nur, daß er seine Filmpartnerin Claudia Gravy überaus gekonnt anschmachtet, auch sein nicht ganz stramm sitzenden Schräubchen in der Oberstube bekommt er zwar mit etwas Overacting, aber dennoch recht gut hin. Doch Damon allein schafft es auch nicht, gegen die ständig vorherrschende Belanglosigkeit anzukämpfen. Byleth ist von vorne bis hinten unspektakulär, bietet dafür aber eine unheimlich dichte Atmosphäre die auch schon durch die gesamten Settings sehr stark an die Hochzeiten des Gothic Horrors erinnert. Zusammen mit dem sich wunderbar in den Hintergrund einfügenden, leicht folkloresken Soundtrack von Vasil Kojukaroff, der leider seine einzigster ist, schwimmt der Film schon nahezu in einer wunderbar entrückten Stimmung. Gerade in Szenen mit Damon und Gravy, die sich mit der verbotenen Liebe zwischen den Geschwistern beschäftigen, wirkt dies sogar angenehm schwülstig. Es scheint, als wäre die Geschichte für Savona Nebensache und er wolle nur mal einige schön ausgeleuchtete Szenen verbunden mit eben dieser dichten Atmosphäre schaffen.

Doch während andere Kollegen damit sogar die dünne Story ihrer Filme vollkommen vergessen lassen und trotzdem lobende Worte für ihre Werke bekommen, reicht dies für Savona nicht ganz. Schöne Bilder und eine tolle Stimmung sind eben nicht alles und wenn man die ganze Spannung lieber vor der Tür läßt, als sie doch mal kurz rein zu bitten, so rächt sich dies. Zwar ohne irgendwelche Längen auskommend, stimmt die Erzählrhythmik von Byleth nicht wirklich. Für einen Giallo bietet er außer der Eingangssequenz viel zu wenig an typischer Thriller- bzw. Krimistory. Auch der Horror ist eigentlich nur mal kurz auf einen Sprung da, wird doch auch der Bezug zu titelgebenden Dämon sehr spät hergestellt. Bleibt die Erotik, welche wohl auch den damaligen deutschen Verleih dazu bewog, den Film unter dem Titel Trio der Lust in die bundesdeutschen Lichtspielhäuser zu bringen. Wobei: selbst wenn die stilvoll eingefangenen, nackten Frauenleiber überwiegen, so richtig passend ist dieser Name auch nicht wirklich. Die suggerierte Menage a troi kommt so nicht wirklich vor und die Lust mag sich ebenfalls nicht einstellen. Auch wenn bei weitem nicht so schlimm wie die räudigsten (S)Exploitationfilme, bleibt es hier eher schundig trotz gewissem (Pseudo-)Niveau.

Es fehlt einfach an Pepp und Schwung und einigen Spannungselementen. Auch einige Wendungen innerhalb der Geschichte hätten Byleth bestimmt gut getan, verläuft diese doch ohne wirkliche große Überraschungen und so benötigt man relativ wenig Hirnschmalz um auf die Auflösung zu kommen, die dann auch recht abrupt eintritt und urplötzlich ist der Film dann auch schon zu Ende. Das kommt dann ein wenig zu ruppig, stört dann allerdings auch nicht weiter. So bleibt man ein wenig Zwiegespalten was den Gesamteindruck angeht, zurück. Eigentlich ist der Film nicht mehr als guter Durchschnitt, kann allerdings durch seine detaillierte Ausstattung und seiner schönen Atmosphäre und dem sehr hörenswerten Soundtrack gefallen. Byleth scheint sich am ehesten für einen langweiligen, gemächlichen Sonntag Nachmittag zu eignen, besitzt dieser doch ebenso diese beiden Eigenschaften.

23. September 2009

Neues Splatterday Night Festival am 10.10.

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Anfang Oktober geht es in der Landeshauptstadt des Saarlands wieder äußerst rüde und blutig zu. Das bei Genrefans beliebte Splatterday Night Festival, initiiert vom Gory News- und Deadline-Gründer Yazid Benfeghoul, geht in eine neue Runde und bietet am 10. Oktober dabei so manche Premiere.

Zwei Monate vor der DVD-Premiere durch den Anbieter Anolis im Vertrieb von Sunfilm darf man sich die Jack Ketchum-Verfilmung Beutegier zu Gemüte führen. Selbstverständlich Uncut und zudem haben die Veranstalter als Goodie für die Fans noch einige vom Regisseur und Autoren der Buchvorlage signierte DIN A1-Poster zum Film. Weiter geht es dann in die hiesige Amateur-/Independent-Szene mit den Filmen La Petit Mort und Unrated - The Movie. Während ersterer ein weiteres Werk des sehr aktiven, allerdings in der Szene auch sehr umstrittenen Nürnbergers Marcel Walz ist, dürften wenigstens die Effekte einen Großteil der Fans zufrieden stellen. Immerhin legte Genreikone Olaf Ittenbach an diese Hand an. Nicht minder umstritten ist der Hamburger Andreas Schnaas, der durch seine Violent Shit-Trilogie, bei der der Name unumstritten das Programm vorgibt oder Anthropophagous 2000, seinem sehr zweifelhaften Remakes des nicht minder zweifelhaften D'Amato-Schockers Man-Eater, zu zweifelhaftem Ruhm gekommen ist. Für Unrated - The Movie hat er sich mit Regisseur Timo Rose zusammengetan um den Fans ordentlich Blut und Gekröse vorzusetzen.

Zum Abschluß des Abends geht es über den großen Teich um dem US-Slasher Laid To Rest zu fröhnen, der vom Effektmann Robert Hall inszeniert wurde. Los geht der Zauber um 20:00 Uhr und wird bis spät in die Nacht (ca. 03:00 Uhr) dauern. Einlass ist ab 19:30 Uhr, Ort ist wie zuletzt das Cinestar Saarbrücken. Selbstverständlich ist Einlass erst ab 18 Jahren. Der Preis für diesen blutigen Abend beträgt 15 Euro. Zum Abschluß gibt es nochmal eine Übersicht der Filme und deren Handlung:

BEUTEGIER
Eine mehrköpfige Familie wird von einer Kannibalen-Horde überfallen. Der Mutter und ihrem Kind gelingt die Flucht und kämpft sich durch das Dickicht des Waldes. Der Sheriff nimmt sich des Falles an, da er einen ähnlichen Fall 11 Jahre zuvor hatte. Es wird jede Menge weitere Opfer geben.

UNRATED - THE MOVIE
Ein B-Film-Regisseur setzt beim Dreh seines neuesten Films aus Versehen eine ganze Horde schlechtgelaunter Dämonen frei, welche dann ihren Unmut an der Besetzung des Streifens auslassen.

LA PETIT MORT
10 Stunden trennen sie von Sommer, Sonne und Strand. Simon, dessen blinde Freundin Nina und die aufgeweckte Dodo müssen vor Ihrem Abflug nach Mallorca, in Frankfurt umsteigen. Genug Zeit um noch ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Doch nachdem sie von einem Unbekannten ausgeraubt werden, landen sie zufällig im „Maison de la petite mort“, Schauplatz für die abscheulichen Perversitäten und blutgetränkten Spielchen der High Society. Hausherrin Fabienne und Ihre missratenen Töchter Dominique und Angelique bewirtschaften das Etablissement, wo bestialische Folterungen, ekelerregende Morde und Fieberphantasien unheilbar kranker Hirne, unsere Urlauber erwarten. Gibt es für die Drei ein Entkommen aus der Hölle?

LAID TO REST
Ein Mädchen schlägt die Augen auf und sieht erst mal nichts ausser der Innenseite einer gut gepolsterten Kiste. Mit Schrecken stellt sie fest, dass sie sich in einem Sarg befindet und bricht in Panik aus. Mit Mühe kann sie sich schliesslich daraus befreien und taumelt in eine kleine Aufbahrungshalle. Nach einigem Suchen führt die einzig offene Türe in den Leichenbehandlungssaal, wo wiederum, ausser einem grünen, sterilen Operationssaal nur wieder verschlossene Türen auf sie warten. Dies soll sich jedoch bald ändern, denn der Totengräber kommt in die Kapelle und befreit sie aus dem kalten Operationssaal. Viel weiter als bis zum Öffnen der Türe kommt er aber nicht, denn in dem Moment wird er von einem Mann mit einer silbernen Maske aufgeschlitzt...
 

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