Endlich ist der Antichrist voll ausgewachsen, eigenständig, handlungsfähig und mit Sam Neill in seiner ersten größeren Rolle ausgezeichnet besetzt. Die Suche nach Christi Wiedergeburt - auf die der deutsche Titel anspielt - mit dem gleichzeitigen Versuch der Gegenseite, den Sohn des Teufels ein für alle Male zu vernichten, hätte ein epischer Abschluss werden können. Glänzen kann Omen III bedauerlicherweise einzig in den Szenen, in denen Sam Neill seinem Damien eine düstere Aura und Unnahbarkeit schenkt, gehüllt in Überheblichkeit, weil ausgesprochen siegesbewusst. Das wiegt schwer und ist atmosphärisch dicht umgesetzt, allerdings bleiben die Figur wie der Film eindimensional. Beim Antichristen betont man allein das anti, was bedeutet, dass er nur allgegenwärtiger Gegenpol - nun insbesondere zu Christus - ist, aber nicht daran gearbeitet wurde, ihm Komplexität zu schenken. Einfach nur böse bzw. der Böseste von allen ist sein alleiniges Merkmal und im Endeffekt bleibt die Hauptfigur der Reihe immer etwas austauschbar. Wie in den Vorgängern liegt der narrative Fokus auf dem Antagonisten, ohne dass dieser jemals zu sowas wie einem Antihelden wird. Zumal Omen III im Handlungsablauf seinem direkten Vorgänger soweit ähnelt, dass man die dortigen um Damien wissenden und mit ihrem Leben zahlenden mit den Mönchen austauschen kann. Das Abspulen diverser Todesarten hat sich mit dem ersten Sequel soweit etabliert, dass man sich dieser Rezeptur einfach noch einmal bedient. Die Geistlichen verhalten sich dazu noch so dämlich bei den Versuchen, Damien umzubringen, was der Story bei allem phantastischem Grundgerüst einiges an Glaubhaftigkeit raubt und regelrechter Quatsch ist. Die Dramatik, welche der Film für sein Finale aufzubauen versucht, verpufft in großem Stil. Zwar bekommt er anders als Damien - Omen II (hier besprochen) die Kurve und baut keinen erzählerischen Loop auf, doch der anscheinend groß geplante, finale Akt im Kampf gegen Satans Sohnemann bleibt wie der bleibende Gesamteindruck des Films eher lau. Für den seinerzeit als Abschluss der Reihe geplanten Film ist das leider ein Armutszeugnis, auch wenn es weitgehend erträglicher und interessanter als der zweite Teil gestaltet ist.
Freitag, 6. September 2024
Freitag, 12. Juli 2024
Killing Birds
Der mitunter krude und wilde Ideenreichtum glorreicher Tage ist merklich vergangen. Krude ist höchstens noch, wie Lattanzi, der sich auch für das Script verantwortlich zeichnet, Genreversatzstücke kombiniert. Was mit dem Prolog - der Heimkehr eines Kriegsveteranen, der seine Gattin im Bett mit einem anderen erwischt und sein Kampfmesser zur blutigen Bestrafung zückt - einem Slasher gleicht, entwickelt sich mit der eigentlichen Story zu einem übernatürlichen Brimborium, in dem - selbstverständlich - Untote nicht fehlen dürfen. Der Farbgebung des Films ähnlich fahl folgt die Geschichte einer Gruppe von Studenten, die in der Wildnis Louisianas eine seltene Vogelart ausfindig machen wollen. Das einzige, was die Damen und Herren finden, ist ein heruntergekommenes Haus, in dem man sein Lager aufschlägt und nach einigen seltsamen Begebenheiten unliebsame Bekanntschaft mit Zombies macht. In der Art der Darstellung möchte Lattanzi merklich eine Brücke zu den frühen Horrorgroßtaten eines Lucio Fulci schlagen. Von diesem leiht er sich für seinen Film eine alptraumhafte Stimmung, die wie die Narration farblos, trüb ist und doch auf eine ganz eigene Weise zu gefallen weiß. Der durch die Sets wehende Hauch von Fulci ist aber doch mehr ein Miasma. Dieser über Killing Birds wabernde Pesthauch verleiht dem Film eine undefinierbare, eigenartige Schönheit der Verendung, wenn man wohl auch etwas wehmütig dabei zuschaut, wie der Film sich im schnöden Reproduzieren der Eigenheiten des Horrorfilms seines Entstehungslandes ergeht. Während spätere italienische Produktionen noch mehr Zeit verschwendendes Ärgernis waren, so kann man unter der faden Oberfläche eine Bemühung verzeichnen, den Schock vergangener Jahre nochmal aufleben zu lassen. Doch 1987 reichte es bei der Filmirage nur zu einer Großtat, die erstaunlicherweise in jenem Jahr mit Michele Soavis Aquarius - Theater des Todes noch einen der besten italienischen Horrorfilme der späten 80er Jahre veröffentlichten sollten.
Montag, 8. Juli 2024
Die Zeit der Wölfe
Mittwoch, 12. Juni 2024
Killerspiele
Selbstverständlich sind dieser und die anderen im Plot existierenden Themen nur dazu da, um so viel Zeit zu schinden, bis es wieder an der Zeit für eine Tötungsszene ist. Leider ist in diesen der drei Jahre früher entstandene und recht ähnliche Graduation Day etwas abwechslungsreicher. Bei Killerspiele beschränkt sich die Figur des Killers darauf, mit gekonnten Speerwürfen - sogar Unterwasser! - die Traumblase von der Goldmedaille sowie das Leben der Girls und Boys an sich zerplatzen zu lassen. Was das ganze seltsam werden lässt, ist der Umstand, dass die redundanten Rahmenhandlungen und das größtenteils unbemerkte Treiben des Mörders parallel nebeneinander her existieren. Beides greift spät ineinander und bis dahin wundern sich die Figuren zwar über den Verbleib ihrer Sportskameraden, gehen aber sogleich ihrem alltäglichen Athletentrott weiter nach. Eine abstruse Handlungsentscheidung, die zusammen mit den restlichen Banalitäten des Films ein guter Grund dafür sein dürfte, dem Film - wenn überhaupt - eine Mitleids-Medaille in Blech zu verleihen. Nur ist da dieser gewisse Faktor Cheesiness - welche schon mit dem pop-rockigen Titelsong beginnt, der mit jeder Note eine dicke Wolke 80er-Flair ausatmet - welcher dazu führt, dass neben der netten Früh-80er-Atmosphäre die Diskrepanzen von Killerspiele zumindest bei mir für eine gewisse Sympathie gesorgt haben. Man kann ihn mit dem krassen, in die Bundesliga aufgestiegenen Außenseiter vergleichen, der versucht, mit den Großen mitzuhalten, aber direkt wieder in die Zweitklassigkeit zurückgeführt wird. Vielleicht ist es in diesem Fall auch die Drittklassigkeit, aber der Versuch, innerhalb des Genres irgendwas zu reißen, ist ziemlich rührig. Wie heißt es doch - um bei abgedroschenen Sportweisheiten zu bleiben - so schön? Dabei sein ist alles. Dazu behandelt der Film im Plot sachte aufploppende queere Motive für seine Entstehungszeit überraschend wertefrei und klischeebefreit und schielt beim Twist im Finale merklich ins Sleepaway Camp rüber. Abgehärtete Horrorfans und Komplettisten, die Redundanz und Repetition nicht scheuen, können gerne - egal ob mutterseelnallanich oder mit Gleichgesinnten - einen Blick riskieren. Vorzugsweise auf die wie üblich tolle, im November 2023 veröffentlichte Blu-Ray von Vinegar Syndrome. In diesem Sinne: Es lebe der Sport!
Samstag, 25. Mai 2024
Kill Me Again - Töten Sie mich
Der abgebrannte, verschuldete Privatdetektiv Jack Andrews steht mit dem Rücken zur Wand. Seine zwielichtigen Gläubiger möchten endlich ihre Kohle wiedersehen und setzen ihm ein Ultimatum. Glücklicherweise taucht kurz darauf Fay Forrester in seinem Büro auf und bietet ihm eine hohe Summe, wenn er ihr dabei hilft, sie vor ihrem gewalttätigen Ex-Mann Vince zu beschützen. Dabei soll Jack ihren Tod vortäuschen und ihr eine neue Identität verschaffen. Ungläubig und misstrauisch geht er mit Blick auf die stattliche Entlohnung, die ihm winkt, auf den Job ein. Als dieser vermeintlich erfolgreich ausgeführt wurde, muss der Schnüffler feststellen, dass sein Misstrauen gegenüber der attraktiven Fay nicht unbegründet war und muss sich zudem vor gegen seine ungeduldigen Gläubigern, Vince und der Mafia höchstpersönlich behaupten. Eine Classic-Noir-Story, sich zweifellos in der Zeit der ausgehenden 80er abspielend, in der kleine Details mit dieser Epoche bricht. Dahls Cineastik lässt die Zeit aufweichen. Fahrzeuge, diverse Szenenbilder, Kleidungsstil einzelner Figuren und nicht zuletzt Zitate filmischer Vorbilder: gleichermaßen Verweise auf die Epoche und Hochzeit des Genres, welche so stimmig platziert werden, dass das Konstrukt des Films zeitlos erscheint. Die Konzentration auf solcherlei Kleinigkeiten, scheinen den Regisseur so abzulenken, dass es selten gelingt, mit Verve und spannungsreich zu inszenieren. Die Reproduktion von Genre-Merkmalen funktioniert, komplett verinnerlicht hat Dahl dieses hier noch nicht. Dies sollte erst in seinen anderen Neo Noirs folgen. Gleichzeitig krankt Kill Me Again an seinem blassen Hauptdarstellern Val Kilmer und dessen damaliger Frau Joanne Whalley-Kilmer. So sollte man seinen Erstling eher als interessante, aber an sich ausbaufähige Fingerübung verstehen.
Mittwoch, 1. Mai 2024
The House on Sorority Row
Mittwoch, 24. April 2024
Ghost Town
Die Tour de Force des unfreiwillig zum Sheriff beförderten Langley in den Weird West fällt bei allen netten Ideen, die der Film bietet, überwiegend narrativ angestrengt aus. Während die sichtlich, dem ebenfalls schmalen Budget geschuldeten, kargen Kulissen dank einer hübschen wie effektiven Fotografie zur Thematik des Films passend erscheinen mögen, nagt der Wurm des Zerfalls im Plot. Einzelne, gelungene Szenen können gegen die restliche, im Leerlauf vor sich hin tuckernde Handlung nicht ankämpfen. Das Mysterium um Cruz Del Diablo, dessen Bewohner und Tyrann Devlin und seiner Bande könnte seichte, aber durchaus ansprechende Unterhaltung bieten. Richtig warm wird man selten mit dem Film, da die darin befindlichen, einzelnen Ideen wenig trefflich zu einem funktionierenden Gesamtwerk zusammengefügt wurden. Die Crux ist, dass das insgesamt betrachtet höchst bedauerlich ist. Ghost Town ist ein einziges hätte, wäre, könnte; was nützt beispielsweise anschauliche Maskenarbeit, wenn der Antagonist ein Abziehbild diverser Schreckensfiguren des B-Horrors und von Western-Mieslingen ist? So planlos wie anfänglich der Protagonist gebiert sich der komplette Film, dem sein Setting sichtlich ein Stück weit egal ist. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet das Land des Westerns diesen nicht adäquat mit Horror-Elementen ausstaffieren kann. Gänzlich gruselbefreit ist der gebotene Schrecken entweder mit Gleichgültigkeit oder bedauernswerter Langeweile gesegnet. Wenn es doch mal funktioniert, bietet Ghost Town leider nicht mehr als Durchschnitt.
Donnerstag, 21. März 2024
Feuer und Eis
Wie unter anderem auch seine Version von Tolkiens Fantasy-Epos Der Herr der Ringe drehte Bakshi seinen Film im sogenannten Rotoskopie-Verfahren. Hierbei wurden die Szenen zunächst mit menschlichen Darstellern gefilmt und dann Bild für Bild überzeichnet. Dies sollte dem Geschehen mehr Realismus verleihen und die Bewegungen anders als bei traditioneller Animation fließender und echter erscheinen lassen. Zumindest drückt dies den auf dieser Weise produzierten Werken des Amerikaners einen eigenen Stempel auf. Die heutzutage leicht überholt erscheinende Technik verleiht auch Feuer und Eis eine unwirklich erscheinende Stimmung, die von den teils grob und hastig gemalt wirkenden, expressiven Hintergründen unterstützt wird. Das sich verbreitende Gefühl der Fremdartigkeit ist die klare Stärke des Werks, während seine Geschichte generisch und frei von jeglichen Überraschungen auf ihren Höhepunkt zuläuft und sich typischer Fantasy-Motive bedient. Bakshi, dem es ein Bedürfnis war, einmal mit seinem Freund Frazetta an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten, holt mit diesem zu wenig aus der trivialen Story heraus. Diese gebiert sich aktionsbetont, was darauf hinausläuft, dass ein stetes Gerangel mit den Nekron'schen Schergen oder die Flucht vor diesen besteht, was auf Dauer leider einlullend wie repetitiv ist. Leider wird dieser narrative Loop bis zum Finale nie durchbrochen; eine variantenreichere Geschichte wäre für den Film wünschenswert gewesen. Es bleibt ein insgesamt leidlicher Eindruck vom abspulen diverser Fantasy-Klischees zurück, in Betracht auf die nette Atmosphäre bedauernswert. Richtig überzeugend ist das nicht, zumal der Film heutzutage von deutlichen Hommagen wie The Spine of Night in Bezug auf grafischer und erzählerischer Gestaltung längst überholt wurde.
Donnerstag, 15. Februar 2024
Puppetmaster
Bevor sie über die Jahre die den Ton angebenden Stars der Reihe wurden, halten sich die Puppen im Erstling weitgehend im Hintergrund. Mit einer etwas zu lang geratenen Exposition, hier wäre durch die gediegene Narration des Films etwas mehr Schwung löblich gewesen, nimmt sich Puppetmaster viel Zeit um uns seine menschlichen Figuren näher zu bringen. Schon hier kann man den Comic Book-Charakter späterer Produktionen ausmachen. Nur mögen die hierdurch überzeichneten Charaktere manchmal nicht in das versucht sorgfältig aufgebaute Stimmungs-Setting passen. Dazu gesellen sich zotige Momente sexueller Natur, welche nochmal zusätzlich mit der vorherrschenden Atmosphäre brechen. Seien wir ehrlich: beim Anblick der selbst heute noch charmant getricksten Puppen ist das schnell verziehen. Deren Charme wurde zwar erst in späteren Teilen so vollends ausgespielt, doch bereits in Puppetmaster können sie dessen Schwächen kaschieren. Der Film bleibt zwar manchmal irritierend harmlos, ist mit seiner zahmen Charakteristik letztendlich aber auch ein Grundstein für das, was man zwar nicht von allen, aber vielen Full Moon-Produktionen kennt. Leicht verdaulich, etwas quatschig, aber meist immer recht sympathisch. In Verbindung mit dem zwar überpräsenten, aber tollen Score von Richard Band und der ansehnlichen Kameraarbeit von Fulci-Stammkameramann Sergio Salvati ist Puppetmaster noch heute weitgehend funktionierender Gute Laune-Horror.
Dienstag, 13. Februar 2024
Der weiße Hund von Beverly Hills
Während man bei Paramount von einem eher dem Horror zugewandten Film träumte - während seiner Entwicklung hatte man eine Art Jaws with Paws vor Augen - rückte Regisseur Samuel Fuller mit nüchternem Blick und einer dem Thema angemessenen Sensibilität den in der Gesellschaft verborgenen Rassismus in den Mittelpunkt. Der weiße Schäferhund, anscheinend ganz bewusst namenlos gehalten, ist ein Sinnbild dafür und der Film zeigt durch sein wenig Hoffnung aufkommen lassendes Ende, dass man diesen trotz aller Mühen leider nie komplett ausradieren kann. Es ist ein mehr als hartnäckiges Geschwür, dass jegliche Emotionalität ausmerzt und ein hasserfülltes Gesicht enthüllt, welches blutgierig mit gebleckten Zähnen auf seine potenziellen Opfer zustürzt. Keys bestürzter und mehr noch schmerzerfüllter Blick, dass alle bisherigen kleinen Erfolge im Training mit dem Hund zu nichts führten, fährt ins Mark, während Fuller sich in Resignation ergeht. Ennio Morricones Score, durch den sich eine kleine Traurigkeit zieht, tut sein übriges. Knapp vierzig Jahre nach seiner Entstehung gelingt es dem Film heute noch, Angst vor der sich im Finale androhenden Ohnmacht gegenüber Rassismus zu schüren und verpackt dies in Spannungskino alter Schule. Unaufgeregt und ohne große Sentimentalitäten steuern Sam Fuller und sein Film auf jenes bedrückendes Ende zu, das zum Nachdenken anregt und diesen für einige Zeit im Kopf nachhallen lässt.
Freitag, 2. Juni 2023
Milly... und sowas nennt sich seine Mutter
Gleichermaßen darf geraten werden, was der Film eigentlich sein möchte. Als reiner Thriller lässt er eben diesen Part arg schleifen und paart die verschrobenen Auftritte Millys mit einem überraschungsarmen, sattsam bekannten Handlungsaufbau in dem sie alles aus dem Weg räumt, was in ihren Augen moralisch verkommen ist oder zwischen ihr und dem geliebten Sohn steht. Wenn Milly im letzten Drittel des Films völlig von der Rolle ist und man in einigen Szenen merklich Richtung Slasher steuert, steigert das den Unterhaltungswert zwar nicht in ungeahnt höhere Sphären, aber bringt eine dringend benötigte, aber zu späte Abwechslung. Bis dahin wirft Milly die Frage auf, wieso das dezent vorhandene Potenzial als gallige Satire auf die amerikanische Vorbildsfamilie bzw. Fernsehfamilien aus US-TV-Shows der 70er und 80er nicht komplett abruft. Der Culture Clash zwischen der harmonischen und damit schrecklich ätzenden Vorzeigefamilie und der verschütt' geglaubten Milly lodert kurz auf und löst sich schneller wieder in Rauch auf, als man den deutschen Filmtitel komplett ausgesprochen hat. Das Problem liegt zum größten Teil darin, wie sich der Film präsentiert.
Obwohl anscheinend eine Produktion für den Direct To Video-Markt, wirkt Milly... und sowas nennt sich seine Mutter mehr wie ein Fernsehfilm. Auch die wenigen Effekt- und Nacktszenen, welche man zu Gesicht bekommt, können nicht verhehlen, dass der ganze Rest immer etwas bieder und mit angezogener Handbremse inszeniert wirkt. Als wolle man mit erhobenem Haupte und Restwürde wissentlich im schundigen Filmmorast untergehen und sich ein gewisses (nicht unbedingt vorhandenes) Niveau herbeidenken. Ausgerechnet diese damit vorherrschende Stimmung ist es, die bei Stange halten kann. Das wenige Budget, die Ideenlosigkeit, sichtlich bemühte Darstellerinnen und Darsteller, eine uninspirierte Regie die nur in einzelnen und wenigen Szenen nette Einfälle bietet (gleiches gilt übrigens auch für die Kameraarbeit): es scheint den Menschen vor und hinter der Kamera immer bewusst gewesen zu sein, was man da überhaupt fabriziert. Neben dem über dem Film schwebenden Umstand ist es zuletzt Marilyn Adams, die Ehefrau des in der Comicwelt mehr als geschätzten Neal Adams - der Batman nach seiner durch die TV-Serie der 60s begonnenen quietschbunten Phase zurück in die ernsthafte Düsternis zurückführte - welche mit ihrem leicht daneben wirkenden Overacting in jeder Szene, in der sie zu sehen ist, dem Werk etwas positives schenkt.
Zuletzt irgendwann durch seine häufigeren Ausstrahlungen im Nachtprogramm diverser Privatsender gesehen, war es für mich wie für die Familie von Bill (im übrigens von Joe Estevez gemimt) ein eigenartiges Wiedersehen mit Milly. Ganz wahrscheinlich wäre das die meiste Zeit über cringe, aber auch wenn einem bewusst ist, dass das, was sich da auf dem Bildschirm abspielt alles andere als gut ist, kann man sich als schundfilmaffiner Filmfreund dem verschrobenen Charme des Films nicht ganz verwehren. Nachdem der Film hierzulande vor kurzem leider nur als augenscheinlich leidlich aufgehübschter Videorip auf DVD veröffentlicht wurde (ein Schelm, wer böses dabei denkt...), bleibt zu hoffen, dass sich ein auf solchen Schlock spezialisiertes US-Label wie beispielsweise Culture Shock Releasing dem Werk annimmt und ihn auf ansprechendere Weise auf Blu Ray veröffentlicht. Immerhin haben diese mit der SOV-Produktion The Flesh Merchant bereits ein Werk mit Joe Estevez in der Hauptrolle veröffentlicht, was ein wenig hoffen lässt.










